Na endlich. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einen Teil seiner Goldreserven verkaufen. Diese Entscheidung ist längst überfällig, und sie können ein Signal setzen für Zentralbanken, die wie die Deutsche Bundesbank noch Goldschätze in ihren Tresoren hüten.

Es gibt nicht viel, was für Gold als Anlage spricht. Das Edelmetall wirft keine Zinsen ab und die Preise schwanken stark. Seit Währungen nicht mehr an Gold gekoppelt sind, ist dieses auch zur Verteidigung des Wechselkurses nur noch begrenzt nötig.

Es ist also Verschwendung, wenn Zentralbanken und Internationale Finanzinstitutionen immer noch dem Golde verfallen sind. Und es ist keineswegs ihre Privatsache, denn die mehr als 3000 Tonnen Gold, die die Bundesbank hält, sind Teil des Volksvermögens. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass es anständig verwaltet und vermehrt wird.

Das kann nur eines bedeuten: Das Edelmetall muss verkauft werden, und zwar solange die Preise noch hoch sind. Der IWF könnte für den Verkauf der geplanten 400 Tonnen mehr als zehn Milliarden Dollar einnehmen. Das sind keine Peanuts.

Es muss allerdings auch sichergestellt werden, dass die Erlöse sinnvoll ausgegeben werden. Im Fall der Bundesbank kann das nur heißen: Das Parlament muss darüber entscheiden, was mit den Mitteln geschieht. Denn das Budgetrecht der Volksvertreter ist eine der zentralen Säulen der Demokratie. Sicher wäre es sinnvoll, die Erlöse in einen Fonds einzubringen, so dass künftige Generationen etwas davon haben. Aber entscheiden müssen diese Frage die Politiker und nicht die Notenbanker.