Deutliche Worte aus Canberra:  Australiens Regierung hat den umstrittenen chinesischen Wächtern der olympischen Flamme mit Festnahmen gedroht, sollten sie beim Fackellauf am 24. April in der Hauptstadt eingreifen. "Wenn sie irgendjemanden anfassen, können sie festgenommen werden", sagte der Organisator des australischen Fackellaufs, Ted Quinlan, am Mittwoch. Die Chinesen sollen auf Weisung der australischen Behörden während des gesamten Fackellaufs in einem Bus bleiben. Die Sicherheit der Fackel gewährleiste allein die australische Polizei.

Die Wächter waren bei den anti-chinesischen Demonstrationen während des Fackellaufs in Paris, London und San Francisco unangenehm aufgefallen. Sie rempelten Zuschauer an und drängten Demonstranten rücksichtslos aus dem Weg. China-Sympathisanten haben für den 24. April zu einer Massendemonstration in Canberra aufgerufen. Es würden mindestens 10.000 Menschen erwartet, sagte Organisator Zhang Rongan. Die Polizei darf Demonstranten durchsuchen und für den Anlass verbotene Gegenstände wie rohe Eier, wassergefüllte Ballons oder Wassereimer konfiszieren.

Der deutsche Autobauer Audi verzichtete unterdessen wegen des politischen Streits um den olympischen Fackellauf in Tibet auf eine geplante Werbeaktion mit seinem neuen Geländewagen am Mount Everest. An seinem Sponsoring hält der Konzern nach eigenen Angaben aber unverändert fest. Eine offizielle Stellungnahme zu den Gründen für den Sinneswandel liegt bislang nicht vor.

Der Ingolstädter Autobauer hatte bisher am 15. April eine Feier zur Begrüßung des olympischen Feuers am Basislager des 8848 Meter hohen Berges geplant. Ferner sollte dort am 10. Mai die Rückkehr der Flamme vom Gipfel gefeiert werden. Am 20. Juni hatte Audi in der tibetischen Hauptstadt Lhasa am Platz vor dem Potala-Palast, dem früheren Sitz des im Exil lebenden Dalai Lama eine weitere Veranstaltung geplant. Dort soll die Flamme vom Mount Everest mit der Fackel vereint werden, die bis dahin um die Welt und durch Teile Chinas getragen worden.

Die Fackel traf inzwischen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen in Pakistan ein. Der Lauf am Nachmittag wurde aus Sicherheitsgründen von den Straßen in der Innenstadt Islamabads in das Jinnah-Sportstadion verlegt. Mit Protesten von Exiltibetern wird nicht gerechnet.