UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich angesichts der andauernden Gewalt in der westsudanesischen Region Darfur enttäuscht über mangelnde Fortschritte bei der Lösung der Krise gezeigt. "Die militärische Gewalt der Konfliktparteien überschattet den politischen Prozess. Die Aussicht auf Verhandlungen rückt in immer weitere Ferne", heißt es in Bans jüngsten Bericht über die internationale Friedensmission unter gemeinsamen Kommando der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (UNAMID), der am Dienstag vor dem Weltsicherheitsrat in New York diskutiert wurde.

Ban beklagt in dem Monatsbericht, dass die Stationierung von UNAMID extrem langsam vorangehe. Den Parteien fehle es an politischem Willen, eine friedliche Lösung für die Krise zu finden. Deshalb würde sich auch die humanitäre Situation nicht bessern.

Von Darfurs sechs Millionen Einwohnern seien mittlerweile 4,27 Millionen Menschen direkt von dem Konflikt betroffen, sagte John Holmes, Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten bei den Vereinten Nationen. Allein in diesem Jahr seien bislang 100.000 Menschen vertrieben worden, viele davon nicht zum ersten Mal. Besonders beunruhigend sei die zunehmende sexuelle Gewalt in den vergangenen zwei Monaten.

Holmes konnte keine neuen Angaben über die Zahl der Toten seit dem Beginn des Konflikts 2003 machen. Die offiziellen Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation mit 200.000 Toten stamme noch von vor zwei Jahren. Diese Zahl sei heute weit übertroffen. Schätzungen zufolge könnten bisher mindestens 300.000 Tote zu beklagen sein, so Holmes. Neben den Kampfhandlungen in der Region kämen auch Unterernährung und Krankheiten als Todesursachen infrage.

Der sudanesische UN-Botschafter Abdalmahmood Abdalhaleem Mohamad bestritt diese Zahlungen vehement. Nach den Schätzungen seiner Regierung seien seit 2003 lediglich 10.000 Menschen durch Kampfhandlungen ums Leben gekommen, betonte er vor Journalisten. Es gebe keine Epidemien oder Hungersnöte in Darfur.