Der Dachstuhlbrand in der Berliner Philharmonie ist gelöscht. Brandwachen seien aber nach wie vor in dem Gebäude, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwochmorgen. Die Einsatzkräfte befürchten, dass Glutnester in der unübersichtlichen Dachkonstruktion wieder aufflammen könnten. Nach Angaben der Philharmonie wird es vorläufig keine Konzerte geben. Es müsse erst untersucht werden, ob die Statik des Gebäudes beschädigt sei, sagte der Feuerwehr-Sprecher.

Das Feuer war am Dienstagnachmittag ausgebrochen. Es hat etwa 1600 Quadratmeter des Daches beschädigt, den Konzertsaal aber verschont. Die Philharmonie geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Eine Sprecherin der Philharmonie sagte, dass das Dach des Konzerthauses neu gedeckt werden müsse. Für die am Wochenende geplanten Konzerte mit dem Stardirigenten Claudio Abbado werde noch ein Aufführungsort gesucht. Infrage kommen etwa die Waldbühne oder das Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Wie es zu dem Feuer kam, ist noch unklar. Die Feuerwehr will am Vormittag damit beginnen, nach der Brandursache zu forschen und die Höhe des Schadens festzustellen. Nach Angaben einer Sprecherin der Philharmonie waren vermutlich bei Schweißarbeiten Isolierschichten in Brand geraten. Polizei und Feuerwehr wollten dies nicht bestätigen, die Ermittlungen liefen noch.

Die Philharmonie wurde von Hans Scharoun erbaut und 1963 von Herbert von Karajan eröffnet. Später nannten sie die Berliner auch «Zirkus Karajani». Sie gilt mit ihrem Zuhörersaal im Stil eines verschachtelten Amphitheaters rund um das Konzertpodium als einer der schönsten Konzertsäle der Welt. 1991/92 war die Saaldecke während einer 14-monatigen Schließung erneuert worden.