China hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet, mit der von Montag an der inzwischen mehr als 32.000 Toten des verheerendsten Erdbebens seit drei Jahrzehnten gedacht werden soll. Fahnen sollten auf Halbmast wehen und um 14.28 Uhr Ortszeit - exakt zum Zeitpunkt des Erdbebens vor einer Woche - drei Schweigeminuten eingelegt werden.

Auch der olympische Fackellauf solle ausgesetzt werden, berichtete das staatliche Fernsehen. Auf der Internetseite der chinesischen Regierung hieß es weiter, auch öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen sollten von Montag an für drei Tage ausgesetzt werden.

Die Bergungsmannschaften fanden am Sonntag noch einen Verschütteten nach 139 Stunden, sonst aber nur noch Leichen. Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg auf 32.477. Etwa 122.000 Verletzte werden in Hospitälern und Feldlazaretten ärztlich behandelt. Das Militär erklärte ein Entwicklungszentrum für Atomwaffen nahe dem
Epizentrum in der Provinz Sichuan nach einer Prüfung für «sicher». Chinas Erdbebenwarte korrigierte die Stärke des Bebens von 7,9 auf 8.

Die Überlebenden der Katastrophe und die vielen Helfer kommen nicht zur Ruhe. Regenfälle verschlimmerten die Situation für die rund fünf Millionen Obdachlosen und lösten Erdrutsche aus. Viele notdürftig mit Planen errichtete Unterkünfte konnten dem Regen nicht standhalten.

Ein neues Beben der Stärke 6 versetzte die Menschen in der südwestchinesischen Provinz Sichuan in der Nacht zum Sonntag erneut in Panik. In der Provinzhauptstadt Chengdu flüchteten viele Menschen auf die Straßen. Außerdem lösten Regenfälle im gesamten Katastrophengebiet Erdrutsche aus. Viele notdürftig mit Planen errichtete Unterkünfte konnten dem Regen nicht trotzen.

Überall in der betroffenen Provinz Sichuan droht Gefahr durch beschädigte Staudämme und
Reservoirs sowie aufgestaute Flüsse, die nach Erdrutschen große Seen gebildet hatten. 21 solcher Blockaden waren bekannt. Daneben sind auch viele Dämme von Wasserkraftwerken beschädigt.

Am Oberlauf des Jian-Flusses bei Pengzhou brach ein Wall aus Geröll und Felsen. Bei der Flutwelle habe es wegen vorheriger Evakuierungen keine Opfer gegeben, berichtete Xinhua. An drei natürlichen Dämmen konnte das Wasser kontrolliert abgelassen werden.