Rund 100.000 Soldaten sind im Einsatz oder mobilisiert, um bei den Bergungsarbeiten zu helfen. Mit zusätzlichen Soldaten und Geräten versuchen die chinesischen Behörden, die Rettungsarbeiten nach dem schweren Erdbeben im Südosten des Landes zu beschleunigen.

Staatlichen Medien zufolge schickte Regierungschef Wen Jiabao weitere Hundert Hubschrauber in das Katastrophengebiet. Zusammen mit den dort bereits eingesetzten 20 Helikoptern sollten sie helfen, den Rettungskräften Zugang zu den Gegenden zu verschaffen, deren Straßenverbindungen durch das Beben zerstört wurden. Über dem schwer zugänglichen Erdbebengebiet der Provinz Sichuan sprangen Fallschirmspringer ab. Auch wurden Hilfsgüter abgeworfen. China erlaubte einem japanischen Rettungsteam, nach Sichuan zu reisen. Zwei russische Frachtflugzeuge brachten tonnenweise Hilfsgüter.

Die Zahl der bestätigten Toten wurde am Donnerstag unverändert mit 15.000 angegeben. Doch dürfte die Opferzahl weit höher liegen. Etwa 65.000 Menschen seien verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Es mangelt an Trinkwasser, Nahrung, Medikamenten und Zelten. Zehntausende sind obdachlos.

Den Überlebenden drohe neue Gefahr durch beschädigte Staudämme. Oberhalb der Stadt Beichuan, wo Tausende noch unter Trümmern liegen, hatte ein großer Erdrutsch den Jianjiang-Fluss blockiert. Das Wasser staute sich zu einem See. Die Behörden warnten vor einer Flutwelle. Zwei taiwanesische Touristen sind im Erdbebengebiet ums Leben
gekommen. Ein 56-Jähriger, der in einer Seilbahn feststeckte, stürzte bei einer Rettungsaktion 50 Meter in den Tod. Bei dem Beben kam auch ein Dreijähriger aus Taiwan ums Leben.