Herr Frings, Bundestrainer Löw sagt über Sie, Sie seien ein Spieler, der sich richtig in ein Turnier reinarbeiten könne. Fühlen Sie sich treffend charakterisiert?

Torsten Frings: Ich weiß zumindest, worauf es ankommt, wenn man ein Turnier spielt: Du musst auf den Punkt voll da sein. Nicht nur körperlich, sondern auch vom Kopf her.

Wie macht man das?

Frings: Das fängt schon in der Vorbereitung an. Man muss sich selbst stark motivieren, sich immer wieder sagen: Jetzt zählt es. Es geht um einen Monat, und in diesem Monat konzentriere ich mich nur auf das Wesentliche. Alles Nebensächliche schiebe ich zur Seite.

Was ist das?

Frings: Der ganze alltägliche Kram. Als Vereinsspieler hast du ein Privatleben, du triffst dich mit Freunden. In diesem einen Monat fällt das alles komplett weg: Du lebst nur noch mit der Mannschaft zusammen.

Bewegen Sie sich in der Nationalmannschaft anders als im Klub?

Frings: Vielleicht an den ersten zwei, drei Tagen, da muss man schon ein wenig warm werden miteinander. Aber nach einer kurzen Zeit ist das gute Gefühl wieder da.

Stört es nicht, wenn jetzt in den ersten Tagen auf Mallorca die Kinder, Frauen oder Freundinnen der Spieler dabei sind?

Frings: Das ist ja kein Erholungsurlaub. Wir arbeiten auch an diesen wenigen Tagen schon hart. Trotzdem ist es schön, dass man abends noch einmal mit der Familie zusammensitzen kann, bevor man wirklich weggeschlossen wird.

Vor zwei Jahren hat Jürgen Klinsmann ein Regenerationstrainingslager mit Familienbegleitung angekündigt und dann knallhart trainieren lassen. Hat er Sie damals reingelegt?