Francisco Javier López Peña alias "Thierry" sei mit drei weiteren mutmaßlichen ETA-Terroristen in einer Wohnung in der Innenstadt von Bordeaux festgenommen worden, teilte die spanische Polizei in der Nacht zum Mittwoch mit. Frankreichs Innenministerin Michele Alliot Marie sagte am Mittwoch, López Pena sei eine historische Figur für die ETA. Ein spanischer Regierungsvertreter sprach von einem schweren Schlag gegen die ETA.

López Pena befand sich seit 20 Jahren auf der Flucht, er gehört der ETA seit fast 30 Jahren an. 1983 war er untergetaucht. Zeitweise soll er in Kuba Zuflucht gefunden haben. Er wird für viele Anschläge sowie für die Ausbildung von Terroristen verantwortlich gemacht. Seit etwa zwei Jahren soll er an der Spitze des politischen und militärischen Apparats der Organisation gestanden haben.

Die Festgenommenen seien bewaffnet gewesen, hätten aber keinen Widerstand geleistet, hieß es. Bei dem Einsatz seien ein Computer und mehrere Handfeuerwaffen beschlagnahmt worden. In der Wohnung sei auch Sprengstoff gefunden worden, meldete der Rundfunk. Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba brach angesichts der Festnahmen in Mali eine Afrika-Reise ab.

Unter den Festgenommen befand sich auch Ainhoa Ozaeta, die 2006 die Waffenstillstands-Erklärung der ETA verlesen habe. Die darauffolgenden Gespräche waren von der spanischen Regierung nach dem tödlichen Anschlag am Flughafen von Madrid abgebrochen worden. Die Regierung macht die ETA auch für einen Bombenanschlag verantwortlich, bei dem am 14. Mai ein Polizist im Baskenland getötet worden war.

Die ETA hat während ihres seit vier Jahrzehnten dauernden Kampfs für die Unabhängigkeit des Baskenlands mehr als 800 Menschen getötet. Seit 2000 wurden mehr als 750 mutmaßliche ETA-Mitglieder festgenommen. Erst am Montag hatte die ETA einen Bombenanschlag auf einen Jachtclub im Baskenland verübt und dabei schweren Sachschaden angerichtet. In der vorigen Woche waren bei einem Attentat auf eine Polizeikaserne nahe der baskischen Hauptstadt Vitoria ein Beamter getötet und vier verletzt worden.