Kennedy werde sich einer Strahlen- und Chemotherapie unterziehen, teilte das Massachusetts General Hospital in Boston am Dienstag mit. Der 76-jährige Bruder des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy war am Samstag nach einem Krampfanfall ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Edward "Ted" Kennedy ist seit 1962 Senator - gegenwärtig die zweitlängste Dienstzeit in der Kongresskammer - und gehört zu den führenden Demokraten. Er ist für seine lautstarke Kritik an Präsident George W. Bush bekannt - aber auch für seine Bereitschaft, mit den Republikanern zusammenzuarbeiten. Im Jahr 1980 hatte er sich um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei beworben, unterlag jedoch Jimmy Carter.

Über die Parteigrenzen hinweg löste die Nachricht von der Diagnose Bestürzung aus. Insbesondere Senatskollegen Kennedys reagierten tief bewegt und sogar mit Tränen. Präsident George W. Bush äußerte sich besorgt über die Erkrankung Kennedys und bezeichnete ihn als seinen Freund. «Ted Kennedy ist ein Mann mit ungeheurem Mut, bemerkenswerter Stärke und mächtigem Geist», hieß es in einer Erklärung Bushs weiter. Er werde für den Kranken beten.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Barack Obama, hinter den sich Kennedy bereits im Januar gestellt hatte, nannte den Senator «eine amerikanische Ikone» und einen persönlichen Freund. Es sei Kennedy mitzuverdanken, «dass ich hier heute als Präsidentschaftsbewerber stehe», sagte Obama mit Blick auf Kennedys langjährigen Einsatz für die Bürgerrechte.