"Das Selbstbewusstsein hat die SPD", sagte Parteichef Kurt Beck der Neuen Ruhr/Rhein Zeitung . Die Entscheidung über eine eventuelle Kandidatur gegen Bundespräsident Horst Köhler sei aber weiterhin offen. Die SPD-Linie hänge nicht von einer Unterstützung durch die Partei Die Linke ab, die Wahl sei schließlich geheim, sagte der Parteichef. Beck erinnerte daran, dass die SPD-Kandidatin Gesine Schwan 2004 zwölf Stimmen mehr bekommen habe, als es dem Potenzial von SPD und Grünen entsprach.

Bislang hinderte die SPD an einer eigenen Nominierung vor allem die Angst vor der Linkspartei : Eine Wahl der SPD-Kandidatin nur mit Hilfe der Linken könnte als Zusammenrücken auch im Bund gesehen werden, wo die SPD eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei bislang ausschließt. Auf Länderebene hatte Beck indes eine Zusammenarbeit auch im Westen gegen heftigen innerparteilichen Widerstand ermöglicht.

Verschiede Medienberichte zitieren nun Stimmen aus der SPD, nach denen die Meinungsbildung immer stärker darauf hinauslaufe, dass Beck Schwan, die Präsidentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), als Kandidatin der SPD vorschlagen werde. Köhler selbst will bis Ende Juni mitteilen, ob er für eine zweite Amtszeit kandidiert oder nicht.

Die Süddeutsche Zeitung zitiert aus Parteikreisen, dass es zwar in der SPD-Spitze bis hin zum Vorsitzenden Beck weiter Bedenken gegen eine Kandidatur Schwans gebe. Doch man frage sich, wie man den Verzicht auf einen eigenen Kandidaten der Partei und dem Vorstand plausibel machen könne. Schwan habe intern unmissverständlich deutlich gemacht, dass sie abermals für eine Kandidatur zur Verfügung stehe.

Der Onlinedienst FAZ.net meldete, dass Parteichef Kurt Beck die Präsidentin der Europa-Universität Frankfurt/Oder vorschlagen werde. Eine förmliche Entscheidung gebe es zwar noch nicht, doch werde die Meinungsbildung in den Gremien auf die Kandidatur Schwans hinauslaufen – und Beck sich dieser nicht verschließen.