Nach dem vereinbarten Entwurf verpflichtet sich jeder Unterzeichnerstaat, die Anwendung von Streumunition ebenso zu unterlassen, wie deren Entwicklung, Weitergabe, Lagerung oder sonstige Verwendung. Innerhalb von acht Jahren sollen diese gefährlichen Waffen weltweit aus den Arsenalen der Streitkräfte, auch der Bundeswehr, verschwinden.

Streubomben verteilen riesige Mengen von Sprengkörpern über große Flächen, wo sie wahl- und ziellos töten. Sie stellen nach UN-Angaben derzeit eine tödliche Gefahr für die Zivilbevölkerung in rund 30 Ländern dar. Die Gefährlichkeit ergibt sich auch aus dem für diese Waffen typischen hohen Anteil von Blindgängern. Dadurch können die ausgestreuten Sprengkörper noch viele Jahre nach militärischen Konflikten explodieren.

Der britische Premierminister Gordon Brown begrüßte die Einigung in Dublin und sprach von einem «großen Schritt vorwärts, auf einem Weg, der die Welt sicherer macht». Großbritanniens Regierung hatte am Mittwoch maßgeblich zu einem Erfolg beigetragen, indem sie sich nach einem offiziellen Sinneswandel gegen den Willen ihrer Armeeführung bereit erklärte, das britische Streubombenarsenal auszurangieren.

Der vereinbarte Text für die Anti-Streubomben-Konvention bedarf noch des endgültigen grünen Lichts der beteiligten Regierungen. Zudem ist die praktische Durchsetzung des Verbots ungewiss. Die Hauptproduzenten von Streumunition - die USA, China, Russland, Israel, Indien und Pakistan - beteiligten sich nicht an der Konferenz und wollen der Konvention bis auf weiteres nicht beitreten.

Möglich wurde der Durchbruch nach Angaben von Diplomaten vor allem dadurch, dass eine der Hauptforderungen der USA, die offiziell gar nicht an der Konferenz beteiligt waren, akzeptiert wurde. Unterstützt wurde Washington dabei von NATO-Ländern, darunter Deutschland. Die Ausnahmeregelung erlaubt es auch jenen Staaten, die der Anti-Streubomben-Konvention beitreten, Truppen für gemeinsame Militäreinsätze mit den USA und anderen Ländern zu stellen, die Streumunition nach wie vor anwenden.

Trotz dieses Kompromisses sei der vereinbarte Vertrag «außerordentlich stark» ausgefallen, erklärte die Internationale Koalition gegen Streumunition (CMC). Sie ist der Dachverband von zahlreichen Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt, auch aus Deutschland, die sich für ein Totalverbot von Streubomben einsetzen.