Ich habe mich auf eine Stellenanzeige beworben und bekam vor dem Vorstellungsgespräch einen Personalfragebogen zugeschickt. Muss ich den wahrheitsgemäß ausfüllen?
fragt Julia Freudenberg

Liebe Frau Freudenberg,

bahnt sich ein neues Arbeitsverhältnis an, verlangen Arbeitgeber mittlerweile immer öfter von Bewerbern, dass sie einen Personalfragebogen ausfüllen. Die Antworten sollen Aufschluss über Ihre Person und Ihre Fähigkeiten geben. Sind die Fragen zulässig, müssen Sie diese auch wahrheitsgemäß beantworten.

Zulässig sind Fragen nach Ihrem schulischen und beruflichen Werdegang. Erlaubt ist es auch, wenn die Fragen sich konkret auf den Job und die anfallende Arbeit beziehen, die Sie übernehmen wollen. Wie in einem Vorstellungsgespräch auch müssen Sie unzulässige Fragen nicht der Wahrheit entsprechend beantworten - daraus darf Ihnen kein Nachteil entstehen.

Was aber ist unzulässig? Seit 2006 gilt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Es verbietet Fragen nach Rasse, ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Behinderung, sexueller Identität, Geschlecht und Alter. Nach einer Schwangerschaft darf ebenfalls nicht gefragt werden, genauso wenig wie nach Wehr- oder Zivildienst.

Nur wenn es um die Religion geht, gibt es eine Ausnahme: Religionsgemeinschaften dürfen vor der Einstellung nach der Religionszugehörigkeit ihrer Bewerber fragen. Das kann wichtig werden, wenn man beispielsweise in einem katholischen Krankenhaus oder einem evangelischen Kindergarten anfangen möchte. Anderen Arbeitgebern ist diese Frage aber nicht erlaubt!

Gleiches gilt übrigens für Gewerkschafts- oder Parteizugehörigkeit. Das brauchen Sie nicht zu sagen - es sei denn, Sie bewerben sich bei einer dieser Institutionen.