Immerhin haben Les Bleus in dieser Vorrunde ein Tor geschossen. Insofern wäre jeder Vergleich mit der ersten Runde der WM 2002 unangemessen - damals sind sie torlos rausgeflogen.

Jedoch: Ein Unentschieden, zwei Niederlagen, das ist für diese EM dieselbe traurige Bilanz. Seien wir mal ehrlich, jetzt, da alles vorbei ist: Das Ergebnisse der Franzosen klingt nach einer Blamage, und ja, es ist auch eine.

Natürlich war es nicht das wahre Gesicht der Bleus, das wir gegen die Italiener gesehen haben: Ribéry verletzte sich nach 20 Minuten und musste durch den unerfahrenen Nasri ersetzt werden. Kurz darauf dann die Rote Karte für Abidal. Keine halbe Stunde war gespielt, und alles war klar: Irgendwie erlebten wir ein bitteres Remake des Finales von 2006. Ähnliche Dramaturgie, ähnliches Ende.

Aber es hilft wenig, mildernde Umstände geltend zu machen. Wann haben die Franzosen die Italiener wirklich beunruhigt? Niemals. Die Italiener hätten dagegen sechs Mal treffen können, wenn Toni sich daran erinnert hätte, dass es sein Job ist, Tore zu schießen.

Was die Bleus in dieser EM gezeigt haben, ist, dass niemand sie noch fürchten sollte. Sie sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Es ist peinlich, aber sie hoffen anscheinend immer noch darauf, dass Zinédine Zidane plötzlich wieder auftaucht. Ganz so wie ein untröstlicher, da verlassener Liebhaber, der insgeheim hofft, dass die Geliebte doch noch einmal zurückkommt. Aber nein, sie kommt nicht wieder - und Zizou auch nicht.