Der Fachkräftemangel in Deutschland ist dramatisch. Bis zum Jahr 2013 werden nach Angaben des Bundes 330.000 Akademiker in Deutschland fehlen - darunter 70.000 Naturwissenschaftler und 85.000 Ingenieure.

Mit einem nationalen Bündnis will die Bundesregierung mehr Frauen zu einem Technik- oder Naturwissenschaft-Studium bewegen. Am Dienstag gab Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Startschuss für eine Initiative von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden. Der Bund gibt für den Pakt, zu dem ein Internetportal ( www.komm-mach-mint.de ) gehört, jährlich drei Millionen Euro.

Ein Ziel lautet: Der Anteil von Studien-Anfängerinnen in Mathematik, Ingenieurs- und Naturwissenschaften sowie Technik ("MINT"-Fächer) soll zunächst um durchschnittlich fünf Prozentpunkte steigen. Dadurch soll vor allem die Situation in den Branchen Informationswirtschaft und Maschinenbau entschärft werden. Denn offene Stellen gibt es reichlich: Für IT-Experten aktuell 40.000, für Ingenieure 90.000, teilte der Telekom-Branchenverband Bitkom mit.

In IT-Berufen sei der Anteil von Mädchen auf Lehrstellen seit 2002 von 14 auf 9,1 Prozent gesunken, sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer weiter. "Die jungen Frauen sollten die Berufschancen im Umfeld moderner Technologien aktiv nutzen, statt den alten Rollenbildern nachzuhängen."

Schavan sagte in Berlin: "Wir sind überzeugt davon, dass Frauen sich um interessante Arbeitsmöglichkeiten und hervorragende Berufschancen bringen, wenn sie einen Bogen um die MINT-Berufe machen."

DGB-Vize Ingrid Sehrbrock sagte, frühere Initiativen hätten magere Ergebnisse geliefert. "MINT-Berufe sind noch echte Männerdomänen, die es für Frauen zu erobern gilt." Ex-Außenminister Klaus Kinkel forderte mehr Chancen für Frauen: "Wenn wir das Potenzial weiblicher Nachwuchskräfte nicht ausschöpfen, lassen wir die halbe Mannschaft
auf der Reservebank."

Nach Angaben der Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, fangen zwar mehr Frauen ein Studium an, entscheiden sich aber zu selten für technische und naturwissenschaftliche Fächer. "Damit sind Frauen in Feldern mit einem hohen Zukunftspotenzial und guten Berufsaussichten nur unzureichend vertreten."