Die Verhandlungen zwischen vier westlichen Ölkonzernen und dem irakischen Ölministerium könnten schon Ende Juni abgeschlossen werden, berichtet die New York Times in ihrer heutigen Ausgabe. Die Zeitung beruft sich dabei auf Diplomaten, Vertreter von Ministerien und Unternehmensmitarbeitern. Demnach wollen sich Exxon Mobil, Shell, Total und BP die Rechte an den größten Ölfeldern des Landes sichern. Die Unternehmen gehören zu den ursprünglichen Partnern der alten Irakischen Petroleum Gesellschaft. Auch kleinere Unternehmen, wie Chevron, seien an den Verhandlungen beteiligt.

Der Irak hatte die eigene Ölindustrie vor 36 Jahren verstaatlicht. Seither war westlichen Konzernen der direkte Zugang zu den Ölfeldern des Landes verwehrt. Mit dem Einmarsch der US-Truppen in den Irak zogen sie sich vollständig aus dem Land zurück.

Nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris werden im Irak derzeit 2,5 Millionen Barrel pro Tag gefördert. Langfristig könnte die Fördermenge auf drei Millionen Barrel pro Tag steigen, schätzt die Agentur.

Wie die Zeitung weiter berichtet, bräuchten die Unternehmen für die Rechte keine Gebote vorzulegen. Das sei in der Branche unwöhnlich. Gleichzeitig würden andere Gesellschaften – etwa aus Russland, China und Indien – übergangen. Die Verträge sollen für ein bis zwei Jahre gelten. Der Zeitung zufolge hätten die Unternehmen jedoch hierdurch Vorteile bei weiteren Verhandlungen.

Mit den neuen Kontrakten würde die Arbeit fortgesetzt - sie seien daher eher als Serviceverträge denn als Förderlizenzen zu verstehen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Die jetzt ausgewählten Unternehmen hätten in den letzten Jahren einerseits das Ministerium kostenlos beraten, andererseits verfügten sie über die notwendige Technologie. Welche Rolle die US-Regierung jetzt bei Vergabe der Kontrakte spielt, ist nach Angaben der Zeitung noch offen. Das irakische Öl-Ministerium werde allerdings von Amerikanern beraten.