Unspektakuläres ist im Stade de Suisse in Bern geschehen. Die Partie? Unansehnlich. Das Ergebnis? Erwartungskonform. Die Leidenschaft? Gab es lediglich auf den Rängen.

Die Niederlande bewiesen mit dem 2:0, dass ihre B-Elf stärker ist, als das Ensemble mehrheitlich unbekannter Rumänen. Die Tricolorii hat die Gunst der Stunde, mit einem Sieg das Viertelfinale zu erreichen, nicht genutzt. Erstaunlicherweise haben die Osteuropäer noch nicht einmal versucht, kämpferisch die spielerisch stärkeren Gegner zu attackieren. Für eine Mannschaft, die unbedingt im Turnier weiterspielen möchte, ist eine Gelbe Karte (für Kapitän Chivu) schlichtweg zu wenig!

Nein, so könnte ich jetzt argumentieren, Rumänien hat das Weiterkommen nicht verdient. Wer diese niederländische Zweitauswahl nicht zumindest ein bisschen ärgert, hat im Turnier nichts verloren. Ich könnte auch auf den verschossenen Elfmeter im Italienspiel verweisen, der voraussichtlich den Sieg und die Qualifikation für die K.o.-Runde gekostet hat: Wer das Glück so liegen lässt, muss früh nach Hause fahren.

Mag alles richtig sein, schade ist das Ausscheiden dennoch. Nicht, dass Rumänien in den ersten beiden Partien die Zuschauer begeistert hätte. Bestenfalls die Taktikfetischisten, die sich an engen Räumen (natürlich auf dem Platz), mannschaftlichem Verschieben und defensiver Disziplin erfreuen können.

Aber ein Weiterkommen hätte die miesen Grundinstinkte eines Fußballfans gekitzelt. Schadenfreude kann man nicht leugnen. Wäre es nicht ein innerliches Fest gewesen, in dieser zur Hammer-, Todes- oder Killergruppe stilisierten Konstellation den amtierenden Weltmeister und Vizeweltmeister ausscheiden zu sehen? Hätte nicht Rumänien mit einem Sieg beide Turnierfavoriten nach Hause, in eine Krise stürzen können?