Die Gespräche sollten in der zweiten Hälfte dieses Jahres wieder anlaufen, sagte Chinas Außenminister Yang Jiechi am Freitag nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Peking. Auch der "strategische Dialog", in dem sich beide Staaten unter anderem über Sicherheits- und Wirtschaftsfragen austauschen, soll wiederbelebt werden. 

China hatte beide Gesprächsrunden zeitweise ausgesetzt, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel im September vergangenen Jahres den Dalai Lama in Berlin empfangen hatte. Ministerpräsident Wen Jiabao sagte im Gespräch mit Steinmeier, die Differenzen seien durch Austausch überwunden worden. Die Wahrnehmung Chinas in Deutschland habe sich verbessert. Zugleich versicherte er, die politische Lage in China sei stabil. An der Öffnung der Politik werde festgehalten. China strebe ein verlässliches Rechtssystem an und respektiere den Schutz des geistigen Eigentums.

Steinmeier betonte, die deutsch-chinesischen Beziehungen ruhten auf einem solch soliden Fundament, dass sie auch "Stürme" wie im vergangenen Jahr aushielten. Er begrüßte zugleich den Dialog zwischen China und Vertretern des Dalai Lama. Er hoffe, dass die Gespräche fortgesetzt und ergebnisorientiert geführt würden. Die Bundesregierung setze darauf, dass es dabei auch zu Fortschritten beim Erhalt der Kultur und Religion der Tibeter komme.

Steinmeier sagte China zudem Aufbauhilfen für das Erdbebengebiet zu. Gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft sollen acht Schulen in der Provinz Sichuan wieder errichtet werden. Yang dankte Deutschland für die Hilfen. Dies sei Ausdruck einer tief empfundenen Freundschaft. Wen nannte Deutschland einen "wahren Freund in der Not".