Konzernchef Jerry Yang sagte, er sei der Auffassung, dass sich eine Partnerschaft mit Google schneller auszahlen werde als ein Geschäft mit Microsoft. Die Gespräche über eine vollständige oder zumindest teilweise Übernahme durch den Softwarehersteller seien beendet.

Yahoo will Google-Suchanzeigen auf seiner Seite platzieren. Dadurch könnten jährlich 800 Millionen Dollar an Umsatz erzielt werden, teilte der Konzern mit. Yang betonte, der Pakt mit Google schließe keine potenzielle künftige Fusion aus, auch nicht mit Microsoft. Yahoo konzentriere sich nun jedoch erst einmal auf sein eigenes Geschäft und die Partnerschaft mit Google. Das Abkommen sei zunächst auf vier Jahre angelegt und könne zweimal um je drei Jahre verlängert werden.

Microsoft hatte sich seit Monaten um Yahoo bemüht. Der Internetkonzern hatte die Übernahmeofferte von 47,5 Milliarden Dollar aber als zu niedrig abgelehnt. Zuletzt wollte der weltgrößte Softwarehersteller daher nur noch das Yahoo-Suchmaschinengeschäft kaufen. Microsoft habe einen 16-Prozent-Anteil an Yahoo erwerben wollen, meldet die Agentur Reuters. Yahoo teilte hingegen mit, dass sich der Verwaltungsrat gegen einen Verkauf der Sparte ausgesprochen habe. Diese sei für die Zukunft des Unternehmens entscheidend, ein Verkauf nicht im Sinne der Aktionäre. Google-Standorte in Europa - Klicken Sie auf das Bild

Die Wall Street reagierte besorgt auf das Scheitern der Gespräche zwischen Yahoo und Microsoft. Der Kurs der Yahoo-Aktie brach um zehn Prozent auf 23,52 Dollar ein. Als der Konzern jedoch nach Handelsschluss in New York die Allianz mit Google verkündete, legten die Papiere später wieder zu und kosteten nachbörslich 24 Dollar.

Erst am Montag hatte Yahoo seine Aktionäre in einem Schreiben zur Hauptversammlung um Unterstützung gebeten. In dem Brief rief das Unternehmen die Anteilseigner dazu auf, den bisherigen Aufsichtsrat wiederzuwählen und damit die von Multimilliardär und Yahoo- Großaktionär Carl Icahn aufgestellten Kandidaten abzulehnen. Icahn hatte angekündigt, er werde den Verwaltungsrat auffordern, das Unternehmen freiwillig an Microsoft zu verkaufen, sollte er die Kontrolle bei Yahoo übernehmen.

Marktexperten gehen davon aus, dass es keine weiteren Verhandlungen zwischen Microsoft und Yahoo geben wird. Microsoft werde nun aber versuchen, sich durch andere Übernahmen im Suchmaschinen-Wettbewerb gegen Google zu positionieren. Eine Möglichkeit sei der Kauf von AOL.