Eltern können Schulgeldzahlungen weiterhin von der Steuer absetzen, allerdings nur noch bis zu einem Höchstbetrag von jährlich 3000 Euro. Das sieht der am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf für das Jahressteuergesetz 2009 vor. Die begrenzte Abzugsfähigkeit soll auch für Privatschulen im EU-Ausland gelten.

Bisher können Eltern die Kosten für allgemeinbildende Schulen privater und kirchlicher Träger zu 30 Prozent beim Fiskus absetzen (ohne Kosten für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung). Eine
Obergrenze gibt es nicht. Dafür war die Abzugsfähigkeit auf inländische und deutsche Schulen im Ausland begrenzt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte jedoch entschieden, dass Schulgeldzahlungen an Privatschulen in der EU nicht schlechter behandelt werden dürften.

Der deutsche Steuerzahler müsste nach diesem EuGH-Urteil somit auch für die Förderung teurer Privatschulen im EU-Ausland aufkommen. Deshalb wollte das Finanzministerium die Abzugsfähigkeit im Sinne der Gleichbehandlung bis 2011 schrittweise eher ganz auslaufen lassen.
Unter anderem Politiker der Union hatten die Pläne als "Anschlag auf das wichtige Privatschulwesen in Deutschland" kritisiert.