Die Europäer wird es freuen: Barack Obama hat sich nach der Entscheidung im demokratischen Lager landesweit einen knappen Vorsprung auf seinen republikanischen Rivalen John McCain erarbeitet. Zwei Wochen nach seinem Sieg über Hillary Clinton sprachen sich in einer Umfrage 47 Prozent der Befragten für den Afro-Amerikaner aus. Er kam damit auf fünf Punkte mehr als McCain, wie eine gemeinsamen Erhebung von Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Zogby am Mittwoch zeigte.

Sehr viel deutlicher fiel Obamas Vorsprung bei den Wechselwählern aus, die im November den Ausschlag geben könnten. Bei den Frauen favorisierten 51 Prozent den Senator aus Illinois und 36 Prozent seinen Konkurrenten aus Arizona. Bei den unabhängigen Wählern gaben 52 Prozent der Befragten an, für den 46-jährigen Obama zu stimmen; 30 Prozent sprachen sich für den Kriegsveteranen McCain aus, der im August 72 Jahre alt wird.

"Um zu siegen, muss McCain besser bei den unabhängigen Wählern ankommen. Da liegt noch viel Arbeit vor ihm", urteilte Meinungsforscher John Zogby. Obama hat dagegen noch mit seiner politischen Unerfahrenheit zu kämpfen: Mehr als 50 Prozent der Befragten stimmten der Kritik zu, dem Senator fehle es an Erfahrung für das höchste Staatsamt.

Befragt wurden insgesamt 1113 registrierte Wähler. Die Fehlerquote lag bei drei Prozentpunkten.