Verdient soll das 1:1 der Österreicher gegen Polen gewesen sein, das zumindest schreiben die meisten deutschen Journalisten-Kollegen. Aber kann es sein, dass hier eine emotionale Voreingenommenheit für den Gastgeber die Sinne verklärt hat?

Ohne Frage: Die österreichische Nationalelf hat engagiert gespielt. Nicht zu leugnen auch, dass das Führungstor des brasilianisch-polnischen Stürmers Roger Guerreiro in der 30. Minute aus dem Abseits entstand. Unbestritten, dass der Schiedsrichter gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit ein Foul vor dem polnischen Tor nicht pfiff. Andere hätten vielleicht einen Elfmeter gegeben.

Dennoch muss man so ein Spiel immer objektiv betrachten. Werfen wir also ganz nüchtern einen Blick auf die Fakten:

11. Minute – Harnik scheitert an Artur Boruc, dem polnischen Torhüter.
14. Minute – Harnik scheitert an Boruc.
16. Minute – Leitgeb scheitert an Boruc.
22. Minute – Garics scheitert an Boruc.
30. Minute – Tor durch Guerreiro für Polen.
50. Minute – Ivanschitz scheitert an Boruc.
86. Minute – Vastic scheitert an Boruc.

Diese (leicht gekürzte Liste) lässt nur einen Schluss zu: Nicht die Österreicher, sondern die Polen waren die bessere Mannschaft. Sie haben das Spiel während der gesamten zweiten Halbzeit kontrolliert, den Österreichern gelang in beiden Halbzeiten einfach nichts.