Um einen Sieg von Oppositionsführer Morgan Tsvangirai bei der Stichwahl in knapp zwei Wochen zu verhindern, droht Diktator Robert Mugabe nun unverhohlen mit einem Bürgerkrieg und dem Einsatz des Militärs. Auf dem sogenannten Heldenacker am Rande der Hauptstadt Harare sagte der 84-Jährige am Wochenende: «Wir sind bereit, in den Krieg zu ziehen!»

Der Grund für diese martialische Ankündigung: Trotz einer systematischen Terrorkampagne gegen die Opposition muss Mugabe muss befürchten, die für den 27. Juni geplant Stichwahl um das Präsidentenamt zu verlieren.

Die südafrikanische Zeitung Sunday Times zitierte aus einer ihr zugespielten Lageeinschätzung des simbabwischen Geheimdienstes: «Wenn die Stichwahl stattfindet, wird Präsident Mugabe die Wahl verlieren.»

Mugabe will deshalb von demokratischen Spielregeln offensichtlich nichts mehr wissen. Mit Hinweis auf die britischen Kolonialherren, die er hinter der Opposition wittert, kündigt er an: «Als Volk müssen wir klare politische Tabus definieren, klare Grenzen für Rituale des Regierens; es kann nicht richtig sein, dass feindliche ausländische Mächte den Willen unserer Bevölkerung unterwandern, und das alles im Namen der Demokratie!»

Seine Äußerungen geben Spekulationen Auftrieb, dass die Stichwahl unter Umständen abgesagt werden könnte. Der bei der Präsidentenwahl vom 29. März drittplatzierte Kandidat Simba Makoni geht ohnehin davon aus, dass dafür die Voraussetzungen fehlen. «Simbabwe hat gar nicht das Geld, um diese Wahl zu finanzieren. Das für das gesamte Jahr vorgesehene Budget war während der Wahl (vom 29. März) bereits erschöpft», sagte Mugabes Ex-Finanzminister einer Zeitung. Auch die Zahl der vom regionalen Staatenverbund SADC entsandten 450 Wahlbeobachter gilt als bei weitem zu wenig. Andere Beobachter sind gar nicht erst zugelassen - ebenso wenig wie ausländische Berichterstatter.