Die SPD dürfe sich eine solche Debatte "nicht weiter aufdrängen lassen", schrieb Gabriel in einem Beitrag für den Berliner Tagesspiegel . "Egal, wen wir jetzt nämlich benennen würden: Er wäre das nächste Opfer, so lange wir unsere innere Haltung zu unserer Partei und zu unserer eigenen Politik nicht grundlegend ändern."

Einflussreiche SPD-Politiker vor allem vom rechten Flügel drängen angesichts des schlechten Zustands der Partei darauf, Außenminister Frank-Walter Steinmeiner möglichst bald als Kanzlerkandidaten zu benennen. Die Parteilinke und stellvertretende Vorsitzende Andrea Nahles hatte sich dagegen am Wochenende für Parteichef Kurt Beck als Kandidaten stark gemacht. Nach der offiziellen Sprachregelung soll die Entscheidung erst frühestens im Herbst fallen.

Gabriel warnte seine Partei vor internen Machtkämpfen. "Wer über Bande spielen will, dem droht die Gefahr, Eigentore zu produzieren. Und davon hatten wir in letzter Zeit nun wirklich genug." Auch Fraktionschef Peter Struck griff zur Fußballsprache. Er verglich die Lage seiner Partei mit der der Fußball-Nationalmannschaft. Die SPD sei "in keiner besonders guten Situation ist". Aber genau wie die Mannschaft von Trainer Joachim Löw, die an am Abend um den Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft kämpft, werde sie "wieder kommen".

Gerüchte um einen angeblich bevorstehenden Putsch gegen Beck nannte Struck "blanken Unsinn". Beck sei "unumstritten der erste Mann der Partei".