Fast jeder Mensch hat sie, diese kleinen Flecken auf der Haut, die oft schon seit Jahren da sind, bisweilen aber auch urplötzlich auftauchen oder sich verändern, ganz still und unbemerkt. Bis es zu spät ist, und der tödliche Krebs aus der Haut heraus in den Körper streut.

Damit eben das nicht mehr passieren kann, haben das Bundesgesundheitsministerium und die Deutsche Krebshilfe am Donnerstag in Berlin das neue Screening-Programm für Hautkrebs vorgestellt. Es ist das erste standardisierte und flächendeckende Früherkennungsprogramm für diesen Krebstyp überhaupt und wird ab Juli allen über 35-Jährigen regelmäßige, kostenlose Ganzkörper-Hautchecks ermöglichen.

Zur Untersuchung berechtigt sollen dabei nicht nur Fachärzte für Dermatologie sein, sondern auch Internisten, Allgemeinmediziner oder praktische Ärzte, sofern diese hausärztlich tätig sind.

Die Qualifikation fürs Screening muss von jedem beteiligten Mediziner aber erst in einem achtstündigen Kurs erworben werden. Die Ärzte lernen so, auffällige Flecken oder Veränderungen per Augenmaß von bedenklichen zu unterscheiden. „Der Arzt schaut dabei mit dem bloßen Auge, ohne Hilfsmittel, die ganze Haut vom Scheitel bis zu den Fußsohlen an“, erklärte Eckhard Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP).

Ein neuer, recht aufwendiger Coup in Sachen Früherkennung also, dessen Gründe indes wohl auf der Hand liegen: Die Zahl der bösartigen Hauttumoren steigt weltweit, seit Jahren nehmen auch die Fälle in der Bundesrepublik stetig zu. Pro Jahr erkranken derzeit 140.000 Deutsche, die meisten davon am weniger gefährlichen weißen Hautkrebs. Von der aggressiven schwarzen Form, dem malignen Melanom, sind davon aber immerhin noch 22.000 Menschen betroffen. Jeder siebte dieser Patienten stirbt an seinem Tumor.