Der Preis für OPEC-Öl hat ein neues Rekordhoch erreicht. Wie die OPEC am Mittwoch mitteilte, kostete ein Barrel am Dienstag 136,94 Dollar, so viel wie nie zuvor. Ein Barrel entspricht 159 Liter. Den Preis trieben vor allem Berichte, denen zufolge Israel möglicherweise bereits Ende des Jahres iranische Atomanlagen angreifen könnte. Dies wiederum würde nach Einschätzung der Analysten die Ölversorgung aus den Golfstaaten und Saudi-Arabien gefährden. Zudem gab es Äußerungen aus den Reihen der OPEC, die den Markt offenbar verunsicherten. OPEC-Präsident Chakib Khelil hatte gesagt, angesichts der unklaren Entwicklung der Nachfrage seien Investitionen zur Erhöhung der Produktionskapazitäten mit erheblichen Unsicherheiten verbunden. Er machte für den Ölpreisauftrieb erneut in erster Linie die Schwäche der US-Währung, Spekulanten und geopolitische Spannungen verantwortlich.

Die Preise anderer Referenz-Ölsorten bewegten sich in Nähe ihrer am Montag erreichten Rekordstände. Ein Barrel US-Rohöl kostete am Dienstag zeitweilig 142,33 Dollar, 2,33 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 2,57 Dollar auf 142,40 Dollar.

Weil das Angebot an Öl generell langsamer wächst als erwartet, dürfte die Versorgung mit Öl auch mittelfristig angespannt bleiben. Zu dieser Einschätzung gelangt die Internationalen Energieagentur (IEA) in einer am Dienstag vorgestellten Studie. Ihrer Meinung zufolge hat sich das Öl-Angebot seit 2004 zu mäßig entwickelt. Gleichzeitig seien die Raffineriekapazitäten angespannt. Bis 2013 werde das Angebot langsamer zunehmen als gedacht. Obwohl auch die Nachfrage langsamer wachse als bisher, bleibe damit dem Markt weniger Spielraum.

Die weltweite Versorgungskapazität werde bis 2012 auf 95,33 Millionen Barrel am Tag steigen, prognostiziert die IEA. Das sind 2,7 Millionen Barrel weniger als in der letztjährigen Vorhersage.