"Deutschland siegt türkisch", findet der Tagesspiegel und die Frankfurter Allgemeine zitiert Jens Lehmann, der befand: "Wir waren die besseren Türken." Der deutsche Treffer in letzter Minute war "Lahms finaler Zaubertrick" ( Süddeutsche Zeitung ), der zum Sieg der "Turniermannschaft über die Wunder-Elf" ( taz ) führte. Bild analysiert nach dem Spiel verhältnismäßig kritisch: "Es ist so wunderschön - aber es war auch so grausam. Denn SO, wie wir fast die ganze Zeit gegen die Türken rumpelten, werden wir von den feinen und schnellen Technikern aus Russland oder Spanien komplett zerlegt." Matchwinner war für alle der "Lahm zwischen Himmel und Hölle" ( taz ).

Insgesamt schwanken die Rezensionen zwischen kritisch - "Das, was gegen die Portugiesen so vorzüglich geklappt hatte, funktionierte gestern nicht halb so gut" ( Berliner Zeitung ) - und erleichtert, wie bei der Abendzeitung : "Es war eine ganz schwere Etappe, Jogi Löws Gipfelstürmer hingen gewaltig in den Seilen, doch die vorletzte Klippe auf dem Weg zum Euro-Gipfel ist geschafft."

Und auch bei einem anderen Ergebnis des Spiels waren sich die Kommentatoren in einem Punkt einig - in dem Respekt vor der türkischen Mannschaft. So schreibt die B.Z. : "Was für eine Nervenschlacht gegen die bravourösen Türken, die es genauso verdient gehabt hätten!"

Doch trotz des Rückfalls in alte Rumpelfußballzeiten sind die Journalisten auch für das Finale guter Dinge: "Unser Weg ins Finale gleicht eher einer Achterbahnfahrt mit erheblichen Leistungsschwankungen. Aber das ist typisch deutsch. Und am Ende wartet der Titel!" ( Rheinische Post ).

In der türkischen Presselandschaft herrschen Trauer und Stolz gleichermaßen. "Seid nicht traurig, wir haben gewonnen", schreibt die Zeitung Hürriyet . "Unsere Löwen haben einen perfekten Fußball gespielt, aber in der letzten Minute mussten sie sich von der Europameisterschaft verabschieden." Auch die Milliyet ist mit dem Abschneiden zufrieden: "Glorreicher Abschied. Uns fehlten neun Spieler, und der Gegner war Deutschland." Bei der Sabah werden sogar Reminiszenzen an den FC Schalke 04 gepflegt: "Champion der Herzen. Wir haben die Deutschen unter unserem Fußball leiden lassen."