Rockmusik ist böse , das wissen wir schon seit 50 Jahren. Sie fördert unziemliches Verhalten, Kriminalität, Taubheit und Trinksucht. Wie russische Wissenschaftler jetzt herausgefunden haben, ist sie auch für den Untergang der Kunst verantwortlich.

An der Eremitage in St. Petersburg haben Forscher untersucht, wie laute Musik den Alterungsprozess von Gemälden beeinflusst. Das Kunstmuseum im Winterpalast ist dem Lärm besonders stark ausgesetzt, finden doch auf dem angrenzenden Platz regelmäßig Rockkonzerte statt. Nunja, meist sind es Rockkonzerte der sanfteren Art, gespielt von den Rolling Stones oder Paul McCartney, schließlich ist es ein offizieller, ehrwürdiger Platz.

Jetzt ist es also raus: Zehn Konzerte mit einer Lautstärke von mehr als 82 Dezibel lassen ein Bild um ein Jahr altern. (Diese Lautstärke entspricht etwa dem Lärm einer stark befahrenen Straße in fünf Metern Entfernung.) Schuld ist die Vibration, die von der Musik ausgeht. Aber nicht nur Gemälde, auch Bücher, Statuen und Gebäude leiden unter der Beschallung.

Der Direktor der Eremitage, Mikhail Piotrovsky, hat deshalb schon mit den Rolling Stones verhandelt. Er konnte erreichen, dass sich Mick und seine Freunde während ihres Auftritts im vergangenen Jahr etwas zügelten, um die Meisterwerke von Cézanne und Matisse nicht allzu sehr zu erschüttern. Paul McCartney hatte 2004 die Fenster des Museums zum Zittern gebracht.