Finanztest erklärt, was die Reform an Verbesserung bringt.

Etwas mehr Leistung, viel mehr Beitrag
Die gute Nachricht: Die Leistungen der Pflegeversicherung steigen - erstmals seit der Einführung vor 13 Jahren. Die schlechte Nachricht: Die Erhöhung fällt bescheiden aus. Einzelne Leistungen erhöhen sich um bis zu 9,4 Prozent. Der Mittelwert der Erhöhungen jedoch liegt bei nur 3,1 Prozent. Sehr viel stärker steigt der Beitrag. Kinderlose zahlen 12,8 und Eltern sogar 14,7 Prozent mehr Pflegeversicherungsbeitrag an die Krankenkasse.

Verbesserung für Demenzkranke
Immerhin: Eine deutliche Verbesserung gibt es für Demenzkranke. Je nach Betreuungsbedarf können sie künftig professionelle Hilfe im Wert von bis zu 200 Euro pro Monat bekommen. Profitieren können sogar Menschen mit der sogenannten "Pflegestufe 0". Sie haben zwar Bedarf nach Pflege, aber nicht genug für Pflegestufe I. Das ist bei Demenzkranken nicht selten.

Schneller Bescheid
Weitere Neuerung: Die Pflegekassen müssen schneller entscheiden und besser informieren. Für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wird es künftig Pflegestützpunkte geben. Sie sollen umfassend über alle Optionen informieren und beraten. Bei einem Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung müssen die Kassen künftig innerhalb von fünf Wochen entscheiden. Wenn Angehörige zugunsten der Pflege eine Auszeit vom Beruf beantragen, hat die Krankenkasse ihnen sogar innerhalb von zwei Wochen Bescheid zu geben. Solche Angehörigen sind dann weiter kranken-, arbeitslosen und rentenversichert. Lohn oder Ersatzleistungen erhalten sie allerdings nicht.

Pflege mit Bußgeldrisiko
Vorsicht ist nötig, wenn Angehörige die Betreuung von schwer Pflegebedürftigen und/oder demenzkranken Menschen selbst organisieren und dazu Helfer aus Osteuropa anheuern. Bei Beachtung aller Formalitäten ist die Beschäftigung von ausländischen Haushaltshilfen zulässig. Sobald sie allerdings auch pflegerische Tätigkeiten ausüben, ist die Beschäftigung in der Regel illegal und den Familien drohen empfindliche Bußgelder.