Vom kommenden Montag an tagen für drei Tage die Staats- und Regierungschefs aus den USA, Kanada, Japan, Russland, Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Die Gruppe der Acht trifft sich im nordjapanischen Toyako auf der Insel Hokkaido.

Der Gastgeber und japanische Premier Yasuo Fukuda hat 21.000 Polizisten mobilisiert, um Störungen und möglichen Terroranschlägen vorzubeugen. Anders als beim letzten G8-Treffen in Heiligendamm an der Ostsee, wo rund 100.000 Demonstranten gegen die Politik der führenden Industriestaaten protestierten, werden auf Hokkaido nur einige Tausend Demonstranten erwartet.

Deutschland setzt beim G8-Gipfel auf Fortschritte im Kampf gegen den drohenden Klimawandel. Bernd Pfaffenbach, Wirtschaftsstaatssekretär und G8-Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sagte am Donnerstag in Berlin, die Teilnehmer wollten nicht hinter die Ergebnisse von Heiligendamm zurückfallen. In Toyako seien aber konkrete Vereinbarungen nicht zu erwarten.

Unter Vorsitz Merkels hatte die G8 vor einem Jahr vereinbart, mindestens eine Halbierung des globalen Ausstoßes des gefährlichen Treibhausgases CO2 bis 2050 "ernsthaft zu prüfen". Es werde auch vom Geschick der G8-Runde abhängen, ob die Schwellenländer mitziehen, sagte Pfaffenbach. Merkel wolle, dass die größten Wirtschaftsnationen die Führung beim Kampf gegen den Klimawandel übernehmen.

Auch China forderte die G8 auf, bei der Verringerung der Treibhausgase voranzugehen. China wird in Toyako von Staats- und Parteichef Hu Jintao vertreten. Die Regierung in Peking sprach sich für konkrete kurz- und mittelfristige Schritte im Klimaschutz aus. China werde sich aber nicht auf bindende globale Ziele einlassen.

Deutschland und die übrigen G8-Staaten drohen einer Studie zufolge bei ihren Klimazielen zu scheitern. "Keine der acht führenden Industrienationen hat ausreichende Maßnahmen ergriffen, um die globale Erwärmung auf unter zwei Grad Temperaturerhöhung zu begrenzen", heißt es in der Untersuchung für die Umweltstiftung WWF und den Allianz-Konzern.