Das war es dann wohl. Oswald Metzger ist bei der Nominierung als CDU-Direktkandidat im schwäbischen Biberach gescheitert. Eine deutliche Mehrheit der örtlichen Parteimitglieder wollte den früheren Grünen-Promi nicht, misstraute ihm und verstand nicht das schwarz-grüne Signal, dass vor allem die Parteistrategen in Berlin mit seiner Kandidatur für den Bundestag hatten aussenden wollten.

Die kulturelle Differenz zwischen dem intellektuellen Querkopf und der bodenständigen, konservativen Basis seiner neuen baden-württembergischen Partei war offenkundig zu groß. Zudem haben viele Christdemokraten in Biberach nicht vergessen, wie Metzger früher als grüner Kommunal-, Landes- und Bundespolitiker auf sie eingedroschen hatte. Da half es nichts, dass er längst eine programmatische Kehrtwende vollzogen hat und als Finanzexperte mittlerweile Thesen vom rechten Wirtschaftsflügel der Union vertritt.

Oswald Metzger hat sich verspekuliert. Er war davon ausgegangen, dass die CDU ihn mit offenen Armen empfangen würde und er dort seine bei den Grünen unterbrochene politische Karriere auf Bundesebene fortsetzen könnte. Daraus dürfte nun nichts mehr werden. Denn ein Platz auf der baden-württembergischen Landesliste würde ihm wenig nutzen, da die CDU dort regelmäßig alle Direktmandate erobert und die Liste nicht greift. Ein Wechsel in ein anderes Bundesland und gar ein nochmaliger Parteiwechsel zur FDP, den er vorher erwogen hatte, ist wohl ebenfalls ausgeschlossen.

Aber auch die CDU-Führung in Berlin hat sich verspekuliert. Wenn es Absprachen vor Metzgers Übertritt gegeben haben sollte, wofür vieles spricht, dann hat sich gezeigt, dass die Parteispitze mit der Basis eben doch nicht umspringen kann, wie sie will. Gerade dort, wo die CDU noch stark und aktiv ist, scheint das Selbstbewusstsein der einfachen Mitglieder intakt zu sein.

Das ist gut so und spricht dafür, dass der demokratische Unterbau der Parteien in manchen Teilen durchaus noch funktioniert. Allzu stark allerdings hatte man sich an der CDU-Spitze auch nicht für den Ex-Grünen eingesetzt. Offenkundig war niemand bereit, sein politisches Gewicht offen einzusetzen, um Metzger zur Nominierung zu verhelfen.