Wie die Agentur Reuters unter Berufung auf schwarz-gelbe Regierungskreise berichtet, soll das Land 40 Millionen Euro von Nokia erhalten. Ursprünglich hatte die Landesregierung 60 Millionen Euro zurückverlangt. Aus Sicht der Regierung haben die Finnen am Standort Bochum weniger Arbeitsplätze geschaffen als vereinbart, deswegen forderte sie das Geld von Nokia zurück.

Seit dem Jahr 1989 sind Schätzungen zufolge 88 Millionen Euro aus öffentlichen Töpfen an Nokia geflossen. Davon deklarierte das Land rund 41 Millionen als unrechtmäßig, inklusive Zinsen ergaben sich die 60 Millionen Euro. Im Januar dieses Jahres hatte der Handykonzern sein Bochumer Werk überraschend geschlossen und angekündigt, Teile der Produktion nach Rumänien zu verlegen.

Sprecher beider Seiten sagten, es gehe bei der Einigung nicht um Beihilferückzahlungen für die Landeskasse, sondern um Investitionen in den verlassenen Standort. "Wir haben das gemeinsame Interesse, schnell und wirksam etwas für die Stadt Bochum und für die Region zu tun", sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums. Einzelheiten will Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am Donnerstag in Düsseldorf bekanntgeben. "Wir werden keine Subventionen zurückzahlen. Wir gehen weiter davon aus, dass wir uns korrekt verhalten haben", sagte die Sprecherin von Nokia Deutschland, Kristina Bohlmann. "Wir haben die Auflagen erfüllt." Das Unternehmen sei aber bereit, etwas für die Bochumer Region zu tun.

Damit deutet sich ein Deal an, der aus Verhandlungskreisen schon vor Wochen zu hören war. Anstatt die erhaltenen Subventionen zurückzuzahlen, könnte der Konzern am Standort Bochum investieren, etwa in den Technologiepark.

Die ersten der ehemals 2300 Nokia-Beschäftigten sind nach Gewerkschaftsangaben bereits seit Monatsbeginn in eine Transfergesellschaft übernommen worden. Der größte Teil der 1600 gekündigten Beschäftigten, die eine Abfindung erhalten haben, sollen in den nächsten Monaten folgen. Weitere Mitarbeiter wechselten in andere Nokia-Werke, fanden neue Arbeitgeber oder unterschrieben Aufhebungsverträge. Die letzte Schicht im Bochumer Werk war bereits am 15. Mai gefahren worden. Offiziell wurde der Standort am vergangenen Montag geschlossen.