Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack sagte am Mittwochabend, er stimme nicht mit dem Obersten US-Gericht überein. Dieses hatte zuvor die Höchststrafe für Vergewaltiger von Kindern am Mittwoch verboten. Die Vergewaltigung eines kleinen Kindes sei ein "abscheuliches Verbrechen". Wenn ein Bundesstaat dies entscheide, sollte er diese Täter zum Tode verurteilen können, sagte Obama.

Auch sein republikanischer Rivale McCain sprach von einem Angriff auf die Fähigkeit der Justiz "diese abscheulichen Schwerverbrecher für ihre verabscheuungswürdigen Taten zu bestrafen".

Das höchste US-Gericht hatte geurteilt, dass die Todesstrafe für Kinderschänder gegen den in der Verfassung verankerten Grundsatz verstößt, wonach es keine "grausame und außergewöhnlicher Bestrafung" geben dürfe. Das Gericht machte mit seinem Urteil zugleich generell klar, dass Verbrechen gegen Einzelpersonen nur dann mit dem Tod bestraft werden können, wenn es sich um Mord handelt. Im Fall von Hochverrat oder Spionage bleibt die Todesstrafe damit aber erlaubt.

Im Mittelpunkt des Rechtsfalls stand ein 43-Jähriger im US-Staat Louisiana, der wegen Vergewaltigung seiner achtjährigen Stieftochter zum Tode verurteilt worden war. Insgesamt haben bis jetzt fünf US-Staaten diese höchste Strafe erlaubt, wenn das Vergewaltigungsopfer ein Kind ist. Im Gegensatz zu Louisiana durfte die Todesstrafe in den übrigen vier Staaten - Montana, Oklahoma, South Carolina und Texas - aber nur dann verhängt werden, wenn es sich um eine Wiederholungstat handelte. Seit 1964 ist in den USA niemand mehr hingerichtet worden, der nicht auch einen Mord begangen hat.

Das Urteil des Gerichts fiel mit fünf zu vier Stimmen. Der gemäßigte Richter Anthony Kennedy schrieb in der Begründung, dass die Todesstrafe auf die "schlimmsten" Verbrechen begrenzt werden müsse.