Die Lage habe sich zwar verbessert, bleibe aber "problematisch", teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch in ihrem Beschäftigungsausblick mit. Mit 69 Prozent liege die Beschäftigungsquote, also der Anteil der Beschäftigten an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, zwar leicht über dem Durchschnitt der OECD-Länder. Spitzenreiter wie Dänemark, Norwegen oder die Schweiz erreichten aber Quoten von mehr als 75 Prozent.

Hinzu komme, dass ein großer Teil des Beschäftigungswachstums auf Teilzeitarbeitsplätze entfalle, schrieben die Experten. Mit 22 Prozent aller Beschäftigten hätten die Deutschen einen der höchsten Anteile unter den OECD-Staaten. Die Organisation mit Sitz in Paris hat die Aufgabe, die Regierungen ihrer 30 Mitgliedstaaten - fast alle Industrienationen - zu beraten.

Die Arbeitslosenquote sei von mehr als 10 Prozent im Jahr 2005 auf 7,4 Prozent im April 2008 gesunken. Dies sei immer noch mehr als zwei Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt. Die Statistiker der OECD verwenden eine auf Umfragedaten basierende, andere Berechnungsmethode als beispielsweise die Bundesagentur für Arbeit, weswegen die Quoten leicht abweichen.

Besonders schlecht schneidet Deutschland den Experten zufolge bei der Langzeitarbeitslosigkeit ab. So hätten 2007 mehr als die Hälfte aller Arbeitslosen (56 Prozent) seit mehr als einem Jahr einen Job gesucht. Gleichzeitig forderte die Organisation Deutschland auf, mehr gegen Diskriminierung bei der Stellensuche und die Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern zu unternehmen. Frauen verdienten im Schnitt rund ein Viertel weniger als Männer (24 Prozent), hieß es.

Insgesamt trübe sich die Lage am Arbeitsmarkt ein. Gründe sind laut OECD die Krise an den Finanzmärkten sowie die Rekordpreise an den Rohstoffmärkten. Am stärksten betroffen seien die USA. Aber auch in Europa seien die Folgen spürbar.