Zwar machten die Subventionen in ihren Mitgliedsländern im vergangenen Jahr einen geringeren Teil der landwirtschaftlichen Einkommen aus als noch im Jahr 2005. Dennoch empfiehlt die OECD in ihrem Bericht zur Agrarpolitik in den 30 Mitgliedsstaaten, den sie alle zwei Jahre vorlegt, die finanziellen Hilfen an die Landwirte weiter zurückzuschrauben.

Im Jahr 2007 hätten ihre Mitgliedsstaaten 187 Milliarden Euro an die Landwirte gezahlt, immer noch ein Viertel der Bruttoeinnahmen in der Agrarwirtschaft. Zwar sei das weniger als in den Jahren zuvor. Doch das läge nicht etwa an veränderten politischen Rahmenbedingungen, sondern daran, dass die Weltmarktpreise für Agrar-Rohstoffe gestiegen seien. Die OECD fürchtet, dass marktverzerrende Maßnahmen wie Zölle oder staatliche Eingriffe in die Preisbildung wieder zunehmen, sobald die Agrarpreise ihr "extrem hohes Niveau" wieder verlassen. Davor warnt sie.

Die höheren Preise für Getreide, Mais oder Soja steigern nach Einschätzung der Experten auch die Einkommen der Landwirte. Der Politik biete sich somit die Chance, marktverzerrende Maßnahmen zurückzuschrauben. Die Bauern müssten die "größtmögliche Freiheit" bekommen, auf Marktsignale wie höhere Preise zu reagieren und ihre Produktion zu erhöhen, hieß es in dem Bericht.

Die Preise für Weizen, Mais oder Reis sind in den vergangenen Jahren um bis zu 181 Prozent gestiegen. Unruhen etwa in Haiti waren die Folge. Gründe für den Preisanstieg sind das Bevölkerungswachstum, der steigende Wohlstand in Asien mit veränderten Essgewohnheiten, Spekulationen an den Rohstoffmärkten, die Förderung des Anbaus von Pflanzen für Biokraftstoffe sowie 2007 dürrebedingte Ernteausfälle.

Vor allem die EU habe 2007 ihren Weg der "entkoppelten Subventionen" fortgesetzt, hieß es. Mit der Agrarreform hatten die Europäer 2003 beschlossen, den Landwirten so gut wie keine direkt an die Produktionsmenge gekoppelten Fördermittel mehr zu zahlen. Stattdessen müssen die Bauern Umweltauflagen einhalten und erhalten auch für stillgelegte Flächen Geld.