Der Ölpreis klettert weiter: Ein Barrel Leichtöl kostete an der New Yorker Börse an diesem Donnerstagmorgen 144,53 Dollar pro Barrel (159 Liter). Das waren 96 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Erst am Mittwoch hatte der Preis bei 144,32 Dollar einen neuen Höchststand markiert.

Händler begründeten den jüngsten Preissprung unter anderem mit einem drohenden Konflikt zwischen Iran und Israel. Irans Ölminister, Gholam Hossein Nozari, hatte am Rande des Welt-Erdöl-Kongresses in Madrid gesagt, sein Land werde scharf auf mögliche Militärschläge reagieren. Im Falle eines Angriffs auf den weltweit viertgrößten Ölproduzenten würde der Barrel-Preis drastisch steigen - so die Warnung Nozaris.

Auch Stimmen aus Israel und den USA deuteten auf eine weitere Verschärfung des Konflikts hin. "Man könnte meinen, ... ein Krieg zwischen Israel und dem Iran sei unvermeidlich", schrieb Israels Ex-Außenminister Schlomo Ben-Ami in einem Beitrag des Christian Science Monitor. Selbst im Pentagon mehren sich die Sorgen über "die wachsende Wahrscheinlichkeit" eines Militärschlages gegen iranische Nuklearanlagen, berichtet der US-Fernsehsender ABC.

Als weiteren Grund für den erneuten Preisschub nannten Händler den jüngsten Rückgang der Ölvorräte in den USA. Ebenfalls preistreibend wirkt der schwache Dollar. Weil die Förderstaaten in Dollar abrechnen, versuchen sie die Verluste durch den Wertverlust durch höhere Preise zu kompensieren. Auch die geplante Zinserhöhung der EZB mag den Ölpreis weiter getrieben haben.

Entsprechend schlecht gelaunt reagierte am Morgen die Wall Street. Die wichtigsten Indizes starteten mit Verlusten in den Handel. Sowohl der Nasdaq-Index als auch der Dow Jones bewegten sich am Morgen mehr als 20 Prozent unter ihrem letzten Höchststand vom Herbst 2007.