Nach dem Börsenschock der Jahre 2001 und 2002 waren Absolute-Return-Fonds über Jahre hinweg die Verkaufsschlager der Fondsbranche. Sie versprachen, wonach sich die gebeutelten Ex-Dotcom-Investoren sehnten: überdurchschnittliche Renditen unabhängig vom Marktumfeld. Schwerpunkt des Vermögens dieser Fonds sind Rentenpapiere, die mit Derivaten und Aktien so gemischt werden, dass sich das Risiko – zumindest der Theorie nach – in vertretbaren Grenzen hält und bei der Wertentwicklung das eine oder andere Extra möglich ist.

Zwar mäkelten Fondsanalysten schon ab dem Jahr 2005 an den Absolute-Return-Fonds herum, weil sie trotz prosperierender Weltbörsen nur bescheidene Renditen brachten. Dafür seien diese Fonds jedoch eine sichere Anlage in der Börsenbaisse, konterten die Vertreter der Fondsbranche.

Die Gelegenheit, das zu beweisen, ergab sich in den vergangenen zwölf Monaten. Nun hat der Vermögensverwalter Feri 92 Absolute-Return-Fonds unter die Lupe genommen . Das absolut ernüchternde Ergebnis: Ein Großteil der Fondsmanager schaffte es in den vergangenen zwölf Monaten nicht einmal, eine positive Rendite zu erzielen.

Auch die Gegenprobe bei der Fondsratingagentur Morningstar liefert erschreckende Renditezahlen. In der Kategorie "Absolute Return Euro" sind 228 Fonds gelistet, von denen nur 25 Fonds mit einer Zwölfmonatsrendite von mehr als 3,5 Prozent besser abschnitten als ein herkömmliches Tagesgeldkonto. Dafür rutschten 44 Anbieter mit mehr als zehn Prozent in die Miesen, und der Durchschnittsgewinn liegt bei minus 4,8 Prozent.

Schlusslicht ist der Absolute-Return-Fonds der schweizerischen Großbank UBS mit einem Minus von 26,9 Prozent. Unverdrossen behaupten die USB-Fondsmanager in der Fondsbeschreibung: "Das Anlageziel besteht darin, unabhängig vom aktuellen Zinsumfeld eine positive absolute Rendite zu erzielen, die über dem aktuellen Dreimonatsgeldmarktsatz in Euro liegt."