Der 84-Jährige ist der einzige Kandidat, nachdem sich Herausforderer Morgan Tsvangirai wegen gewaltsamer Angriffe auf Anhänger der Opposition von der Abstimmung zurückgezogen hatte. Mugabe und Tsvangirai waren bereits Ende März gegeneinander angetreten, verfehlten aber beide die absolute Mehrheit.

Bei einer Abschlusskundgebung vor seinen Anhängern in Harare sagte Mugabe, dass ihn die Meinung der restlichen Welt nicht interessiere. "Mir wäre es lieber, die Welt würde uns in Ruhe lassen", zitierte ihn der britische Sender BBC. Mugabe ist bereits seit fast 21 Jahren Präsident Simbabwes.

Die ersten Wahllokale sollten gegen 7.00 Uhr öffnen. Die Abstimmung findet vor dem Hintergrund weltweiter Proteste und brutaler Gewalt im Lande statt. Nach Ansicht von Beobachtern ist die Wahl weder frei noch fair. Obwohl am Ergebnis kaum Zweifel besteht, ist der Zeitpunkt der Bekanntgabe unklar. Mugabe steht im Verdacht, mit Gewalt eine hohe Wahlbeteiligung sichern zu wollen.

In die Vermittlungen um eine politische Lösung hat sich nun auch Simbabwes Nachbarland Botsuana eingeschaltet, wo nach Medienangaben am Donnerstagabend eine Delegation von Mugabes ZANU(PF) eintraf. Botsuanas Regierung betonte, wenn andere Staaten der Region zu sehr zögerten, müsse das Land im Alleingang eine Vermittlung versuchen.

Politiker weltweit und die UN hatten am Donnerstagabend erneut eine Verschiebung der Stichwahl gefordert. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte in New York, angesichts von Einschüchterung und Gewalt im Land könne keine glaubwürdige und faire Wahl erwartet werden. "Die Situation scheint sich zwar zu entwickeln, aber ich bin immer noch besorgt, dass es bei einer Wahl, die unter solchen Umständen stattfindet, ernsthafte Fragen und Kontroversen um die Legitimität der Entscheidung geben wird."