Bei der international als undemokratisch kritisierten Präsidentenwahl in Simbabwe erhielt der 84-jährige Machthaber Robert Mugabe nach Angaben der Wahlkommission 2,15 Millionen Stimmen, Oppositionsführer Morgan Tsvangirai 230 000 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag laut Wahlkommission bei nur 42,3 Prozent. Nur kurz nach der Bekanntgabe des Ergebnisses wurde Mugabe für weitere fünf Jahre vereidigt.

Angesichts von Schikanen und brutaler Gewalt gegen seine Anhänger hatte Tsvangirai seine Kandidatur zurückgezogen. Sein Name stand bei der Wahl am Freitag aber immer noch auf den Wahlzetteln. Aus Angst um sein Leben hatte der Oppositionsführer vor einer Woche Zuflucht in der niederländischen Botschaft in Harare gesucht.

Im ersten Wahlgang vor drei Monaten hatte er die meisten Stimmen errungen, nach offiziellen Angaben aber die nötige absolute Mehrheit verfehlt.Er habe in der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in allen 26 Wahlkreisen der Hauptstadt Harare gewonnen, die in der ersten Runde bis auf einen an die Opposition gegangen seien, gab das staatliche Fernsehen am Sonntag Äußerungen von Mugabe wieder. "Wir gehen einem überragenden Sieg entgegen", so der umstrittene Präsident.

Afrikanische Wahlbeobachter bezeichneten die Abstimmung als weder frei noch fair. Die vom Staat sanktionierte Gewalt gegen Oppositionelle sowie die Schikanen und die Einschüchterungen vor dem Urnengang seien ein Tiefpunkt in der jüngeren Geschichte des Landes.

Marwick Khumalo, der Vorsitzende der 40 Mann starken Beobachtergruppe des Panafrikanischen Parlaments - einer Institution der Afrikanischen Union (AU) - betonte am Sonntag: "Die Gruppe kommt zu dem Schluss, dass die vorherrschende Atmosphäre im Lande nicht für das Abhalten freier, fairer und glaubwürdiger Wahlen geeignet war."

Das Beobachterteam empfiehlt dem am Montag im ägyptischen Scharm el Scheich beginnenden AU-Gipfel, auf eine Übergangsregierung unter Einschluss der Opposition hinzuarbeiten.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai verlangte Verhandlungen über eine Machtteilung und eine Regierung der nationalen Einheit. Zugleich bot er Mugabe in einem am Sonntag in London veröffentlichten Interview den Posten eines "nominellen" Staatsoberhaupts an. In einer solchen Übergangsphase müssten eine neue Verfassung sowie Neuwahlen vorbereitet werden.

Tsvangirai sagte der konservativen Zeitung The Sunday Telegraph , es sei durchaus "nicht unvorstellbar", dass er selbst Premierminister einer Übergangsregierung werde, während Mugabe "zeremonieller Präsident" sei. Seine Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) sei bereit, bis zu neuen Wahlen die politische Macht mit Mugabes Regierungspartei ANU(PF) zu teilen.