Beck verteidigte die Linie von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD): "Wenn die Energieversorger jüngere Atomkraftwerke länger laufen lassen wollen, müssen ältere Meiler schneller vom Netz. Das steht so im Atomkonsens", sagte Beck der Neuen Westfälischen . Längere Laufzeiten bedeuteten unter diesen Bedingungen aber keine Abkehr vom Atomausstieg, den die Große Koalition einvernehmlich für 2021 beschlossen habe. Die SPD setze auf Energiesparen, auf die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe sowie auf moderne Kohle- und Gaskraftwerke.

CSU-Parteichef Erwin Huber hat die SPD aufgefordert, der Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken zuzustimmen. Die Sozialdemokraten sollten sich von der Linie der ehemaligen rot-grünen Koalition verabschieden, sagte Huber der Passauer Neuen Presse . Er appellierte an den Berliner Koalitionspartner, "an Klima und Arbeitsplätze gleichzeitig zu denken und vom verhängnisvollen Irrtum ihrer Zusammenarbeit mit den Grünen Abschied zu nehmen".

Laut einem Bericht des Handelsblatts brächte eine pauschale Laufzeitverlängerung den Stromkonzernen zusätzliche Milliardeneinnahmen. Wenn die wirtschaftlich weitgehend abgeschriebenen Atommeiler acht Jahre länger als laut Atomausstieg geplant am Netz bleiben, könnte dies dem RWE-Konzern acht Milliarden Euro und dem Konkurrenten E.on sogar zwölf Milliarden Euro einbringen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf eine Analyse der Bank Sal. Oppenheim.

EnBW-Chef Hans-Peter Villis sagte dem Handelsblatt , er sei bereit, diese Vorteile unter anderem in den Ausbau der erneuerbaren Energien und in die Energieforschung zu investieren.

Mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung beschlossen die Energiekonzerne im Jahr 2000 den Atomkonsens: Atomkraftwerke dürfen eine gewisse Reststrommenge produzieren, bevor sie abgeschaltet werden. Besonders Unionspolitiker fordern eine Verlängerung der Laufzeiten – oder gar die Rücknahme des Atomausstiegs.