Noch vor einem Jahr hatte US-Präsident Bush nur zugesagt, dieses Ziel zur Mitte des Jahrhunderts zu prüfen. Umweltschützer kritisierten, dass Bush sich weiter weigere, sich auf mittelfristige Ziele festzulegen. Die US-Regierung bewertet die Schlusserklärung des G-8-Gipfeltreffens zur Klimafrage als ein hervorragendes Ergebnis.

Mit dem erklärten Ziel, bis 2050 den Ausstoß der Treibhausgase um 50 Prozent senken zu wollen, hätten sich die G-8-Staaten auf eine gemeinsame langfristige Vision festgelegt, sagte der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Dan Price. Wie von Bush vorgeschlagen, werde es nun darum gehen, mit allen großen Industriestaaten - also auch mit China und Indien - eine für alle verbindliche Strategie für mittelfristige Ziele im Kampf gegen die Klimaerwärmung zu finden.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso würdigte die Einigung als starkes Signal für die Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2012. Die Konferenz soll Ende 2009 in Kopenhagen beginnen. Dann wollen die G 8 ihre eigene Vorgabe für 2050 in die Verhandlungen einbringen.

Ähnlich äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die G8 hätten mehr erreicht als ein Jahr zuvor während des Gipfels in Heiligendamm. Der Beschluss der Staats- und Regierungschefs sei ein klarer Auftrag, bei der UN-Klimakonferenz Ende 2009 in Kopenhagen zu einem Abschluss zu kommen. Dort müssten die reichen Industriestaaten größere Verantwortung übernehmen. "Ich verschweige nicht, dass wir bis Kopenhagen noch viele harte Verhandlungen haben werden", sagte Merkel.

Wichtig sei nun, die sogenannten Schwellenländer China, Indien, Mexiko, Brasilien und Südafrika - die sogenannte Gruppe der Fünf (G5) - ebenfalls für den Plan zu gewinnen, sagte die Kanzlerin weiter. Ohne diese aufstrebenden Volkswirtschaften mache ein Klimaschutzabkommen wenig Sinn.