Die Erregung über das schreckliche Ende der beiden französischen Studenten hatte sich noch nicht gelegt, da verzeichnete London bereits den nächsten gewaltsamen Tod eines Jugendlichen.

Shakilus Townsend, ein schwarzer Teenager, war von einer Gang regelrecht abgestochen worden. Nach seiner Mutter rufend, erlag er seinen schweren Verletzungen. Am Montag tauchte im Internet ein "Nachruf" auf. Seine Bande feierte ihn als "gefallenen Soldaten", dessen Tod gerächt werden würde.

Eine Wendung, die Kenner der Szene nicht überrascht. Opfer wie Täter stammen oft aus demselben Milieu. Häufig trifft zudem zu, dass es sich um jenen Typ von Jugendlichen handelt, die der Polizeichef von Manchester als Generation der " feral kids " bezeichnete.

Er warnte, es wüchse eine Generation Jugendlicher heran, die wie "wilde Tiere" agierten, ohne Wertesystem, ohne Gefühl für Recht oder Unrecht. Sie seien bereit, furchtbarste Taten zu begehen, entweder, um Ansehen und "Respekt" der Gang zu erlangen oder um das eigene Territorium zu verteidigen.

Die Ermordung der beiden jungen Franzosen in einem Haus in einem Londoner Vorort erinnert an eine Szene in Clockwork Orange , jene beklemmende Vision von Anthony Burgess, kongenial verfilmt von Stanley Kubrick, die der Regisseur, erschrocken über die Reaktionen und Nachahmungstäter, kurz nach der Premiere für England untersagte.

Der Täter dürfte, darauf deuten Erkenntnisse der Polizei hin, vollgepumpt gewesen sein mit Crack, Kokain, so wie sich die Jugendbande in Clockwork Orange einen Tollschock verpasste, bevor sie zum orgiastischen Gewalttrip aufbrach.  

In den vergangenen Jahren häuften sich jugendliche Messerstechereien und Todesschüsse. Man darf dabei nicht die Augen vor unbequemen Tatsachen verschließen: