Während die Finanzwelt sich noch ängstigt, die beiden großen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac könnten im Zuge der Finanzkrise Pleite gehen, ist die Hypotheken- und Bausparbank Indymac in Kapitalnöten zusammengebrochen. Indymac ist der größte unabhängige börsennotierte Hypothekenfinanzier der USA.

Nun gehört das Unternehmen dem staatlichen Einlagensicherungsfonds der US-Banken (FDIC), der einen Käufer für das Institut oder seine Teile sucht. Die Bank soll kurzfristig in Form einer Nachfolgeorganisation unter Führung des Sicherungsfonds weiterbetrieben werden und am Montag wieder öffnen. 

Nur einmal, im Jahr 1984, brach mit der Continental Illinois National Bank ein größeres Finanzinstitut zusammen. Indymacs Pleite ist schon der fünfte Bankencrash im laufenden Jahr. Durch sie entstünden Kosten von vier bis acht Milliarden Dollar, erwartet der Einlagensicherungsfonds. Über ihn sind in den USA Guthaben bis zu 100.000 Dollar je Anleger abgedeckt. Indymac hatte rund 19 Milliarden Dollar an Einlagen. Möglicherweise ist davon rund eine Milliarde Dollar nicht durch den Fonds abgesichert. Das wären Gelder von insgesamt 10.000 Kunden. Die Rettung von Indymac könnte mehr als zehn Prozent der finanziellen Mittel des Fonds aufbrauchen.

Dennoch: Trotz der Größe des Crashs seien aber größere Auswirkungen auf die Finanzmärkte nicht zu erwarten, sagte die Aufsicht der Bausparkassen (OTS). Die Zahl der Indymac-Geschäftspartner sei relativ gering. 

Indymac hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, wegen der Finanzkrise über die Hälfte seiner 7200 Mitarbeiter zu entlassen und sein Geschäft weitgehend einzustellen. Zuvor war die OTS zu dem Urteil gekommen, das Institut verfüge nicht länger über ausreichend Kapital. Im vergangenen Jahr hatte Indymac noch Hypotheken von 77 Milliarden Dollar ausgegeben und lag mit einem Marktanteil von gut drei Prozent insgesamt auf dem neunten Platz der Branche. 

Die OTS machte New Yorker Senator Charles Schumer für die Pleite der Bank mitverantwortlich. Er hatte Ende Juni öffentlich gesagt, das Unternehmen könne die Häuserkrise nicht überleben. Damit hatte Schumer einen Ansturm der Sparer auf die Konten und einen rasanten Kapitalabfluss ausgelöst, kritisiert die Behörde. Allein in den folgenden elf Geschäftstagen hätten Sparer mehr als 1,3 Milliarden Dollar von Indymac-Konten abgezogen. Der demokratische Politiker wies die Anschuldigungen zurück. Er warf der Aufsichtsbehörde im Gegenzug vor, ihre Arbeit vernachlässigt und Indymac nicht an seiner verlustträchtigen Kreditvergabe-Praxis gehindert zu haben.