Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad versprochen, sich für ein rasches Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommens mit Syrien einzusetzen. Seit 2004 wartet Syrien auf die Unterzeichnung und Ratifizierung des Vertrags, ohne die dem Land millionenschwere Finanzhilfen aus dem EU-Nachbarschaftsprogramm versagt bleiben.

Sarkozy bescheinigte Assad Entschlossenheit, nach der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit im Libanon diplomatische Beziehungen zu Beirut aufzunehmen. Das teilten beide Staatschefs in einem Kommuniqué mit, nachdem sie sich in Paris am Rande des EU-Mittelmeer-Gipfels zu einem Gespräch getroffen hatten. Zuvor hatte der libanesische Präsident Michel Suleiman in Paris erklärt, er strebe eine Normalisierung der Beziehungen zu Syrien an. "Wir wollen natürlich den Austausch von Botschaftern und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Syrien." Sarkozy will vor Mitte September nach Syrien reisen. Zuvor werden die beiden Außenminister jeweils die anderen Hauptstädte besuchen.

Assad erklärte seinen Wunsch, dass "Frankreich mit den Vereinigten Staaten in der direkten Verhandlungsphase seinen vollen Beitrag zu einem künftigen Friedensabkommen zwischen Israel und Syrien leisten" könne. Das schließe Sicherheitsvorkehrungen ein, die nötig werden könnten, hieß es. Sarkozy erklärte sich zu einer solchen Vermittlung bereit. In Paris kursieren Gerüchte, denen zufolge Sarkozy die Entsendung einer EU-Truppe mit französischem Kern auf die von Israel besetzten syrischen Golan-Höhen erwägt.

Menschenrechtsvertreter hatten die Anwesenheit Assads in Paris kritisiert. Laut diplomatischen Beobachtern ist der Gipfel für Assad eine Möglichkeit, auf die internationale Bühne zurückzukehren. Syrien wird verdächtigt, Drahtzieher des Mordes an dem früheren libanesischen Regierungschef Rafiq al-Hariri im Jahr 2005 zu sein. Das Land war deshalb schon vor Jahren in die Isolierung geraten. Der EU-Mittelmeer-Gipfel wird am Sonntag über 40 hochrangige Politiker, darunter zahlreiche Staats- und Regierungschefs, aus der EU und dem Mittelmeerraum zusammenführen.