"Ich vermisse Lea so sehr", sagte die Mutter der fünfjährigen Lea-Sophie aus Schwerin am letzten Prozesstag. Sie weinte dabei. Auch der Vater konnte bei seinem letzten Wort vor Gericht die Tränen nicht unterdrücken. "Es hätte niemals so weit kommen dürfen", sagte er.

Wie es doch dazu kommt, dass Eltern ihre Kinder töten, kann wahrscheinlich kein Gericht klären. Das Landesgericht Schwerin wird jedoch voraussichtlich am Mittwoch ein Urteil gegen die Eltern fällen und entscheiden, ob wegen Mordes, wie es die Staatsanwaltschaft beantragt hat, oder wegen Totschlags. Letzteres halten die Anwälte für angemessen.

Lea-Sophie war am 20. November 2007 qualvoll verhungert und verdurstet, kurz nachdem sie mit schwersten Mangelerscheinungen und Liegegeschwüren am Körper von einem Notarzt in eine Schweriner Klinik eingeliefert worden war. Sie wog nur knapp über 7 Kilogramm und damit die Hälfte des Normalgewichts ihrer Altersgefährten. Sie muss wochenlang vernachlässigt worden sein und nicht nur körperlich, sondern auch seelisch gelitten haben.