Am Tag danach überwog in Berlin die Erleichterung. "Wir sind froh und glücklich, dass die Geiselnahme ein gutes Ende gefunden hat", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Jens Plötner. Allerdings: Über die Hintergründe der Freilassung wollte er sich nicht äußern. Wie in anderen Entführungsfällen hält sich das Auswärtige Amt auch diesmal vollständig bedeckt. Im Hinblick auf künftige Geiselnahmen werde man keinerlei Informationen weitergeben, aus denen Rückschlüsse auf operative Details möglich seien, so Plötner.

Verschlossen hatte sich bereits am Vortag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegeben. Auf die Frage nach Zugeständnissen an die Geiselnehmer hatte sie in der ARD ausweichend geantwortet: "Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln freizubekommen und das ist in diesem Fall gelungen. Mehr gibt es dazu aus meiner Sicht nicht zu sagen."

Gleichwohl sind mehrere Versionen darüber im Umlauf, was die Entführer aus den Reihen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) bewogen haben könnte, die drei bayerischen Bergsteiger, die sich insgesamt zwölf Tage in ihrer Gewalt befanden, am frühen Sonntagmorgen auf einem einsamen Hügel im Osten der Türkei wieder laufen zu lassen.

Immerhin: Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung scheinen Lösegeldzahlungen diesmal ziemlich ausgeschlossen zu sein. Es sei kein einziger Euro bezahlt worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Es sei auch nie eine solche Forderung erhoben worden.

Dass es der militärische Druck der Türkei gewesen sei, der die Freilassung bewirkt habe, ist wiederum eine Version, die vor allem von türkischer Seite verbreitet wird. Das türkische Militär habe die Geiseln in die Zange genommen, sagt der Gouverneur der Provinz Agri, in der die Geiseln entführt worden waren. Die Geiselnehmer hätten befürchtet, dass ihnen der Fluchtweg ins Ausland abgeschnitten werden könnte.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wiederum sieht die Freilassung vor allem als Erfolg der Verhandlung der Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und deren Kontakt zu Kreisen der Entführer.

Die PKK selbst beharrt dagegen darauf, dass sie selbst die Initiative zur Freilassung ergriffen habe. Eingesetzt für die Freilassung habe sich vor allem deren organisatorischer Arm, die KCK, berichtet Spiegel Online .