Die Gegner hatten den Deutschen nicht viel entgegenzusetzen. Die Spieler der Kapverdischen Inseln waren am Dienstag mit der Aufgabe völlig überfordert, für sie war die Qualifikation für das Turnier in Athen schon ein großer Erfolg. Das Ergebnis fiel mit 104:68 entsprechend deutlich aus. Die Neuseeländer waren am Mittwochabend nur ein Viertel lang ein echter Gegner. Danach fanden die Deutschen zu ihrem Spiel und erarbeiteten sich einen deutlichen Vorsprung, den sie nicht mehr abgaben. 89:70 lautete der Endstand.

Bester Punktesammler war in beiden Partien NBA-Star Dirk Nowitzki. Gegen die Afrikaner machte er 16 Punkte und durfte sich ansonsten schonen. Gegen die "Tall Blacks", wie die neuseeländische Mannschaft genannt wird, drehte Nowitzki auf und nutzte seine körperliche Überlegenheit zu 35 Zählern. Die Neuseeländer fanden keine Verteidigungsstrategie gegen den gebürtigen Würzburger. Über kleinere Verteidiger warf er einfach hinweg, an großen Gegenspielern konnte er dank seiner Beweglichkeit und Explosivität vorbeiziehen.

Der frisch eingebürgerte US-Amerikaner Chris Kaman zeigte vor allem gegen Neuseeland, seinem zweiten Spiel für Deutschland, eine ansprechende Leistung. Mit 20 Zählern war er zweitbester Punktesammler hinter Nowitzki. Gegen die Kapverden wirkte er – trotz guter Statistiken – häufig unsicher und leistete sich einige Ballverluste. Von solchen Anpassungsproblemen war gegen die "Kiwis" kaum noch etwas zu sehen.

Kaman glänzte in der Anfangsphase mit guter Reboundarbeit am eigenen Korb. In der Offensive konnte er sich durch seine Spielintelligenz mehrfach gut in Szene setzen. Ganz stimmte die Abstimmung mit seinen neuen Teamkollegen aber noch nicht. Wenn sich zwei Verteidiger auf ihn stürzten, konnte er dies nicht mit einem Pass auf den freien Mitspieler bestrafen. Auch ohne Ball wirkte er in einigen Situationen noch orientierungslos. Insgesamt fügte er sich aber deutlich schneller ins deutsche Spiel ein, als zu erwarten war.

Die anderen deutschen Spieler konnten nicht überzeugen. Vor allem bei den Drei-Punkt-Würfen fehlte es an Präzision, nur 7 von 26 Versuchen fanden ihr Ziel. Die Neuseeländer versuchten deshalb, mit einer Zonenverteidigung die Räume am Brett für die deutschen NBA-Stars eng zu machen. Die designierten Scharfschützen konnten die entstehenden Freiräume aber nicht nutzen. Nach dem Spiel bezeichnete Dirk Nowitzki die Quote von hinter der 6,25-Meter-Linie diplomatisch als "verbesserungsfähig".

Im Viertelfinale geht es für die deutschen Korbjäger gegen Brasilien. Dann wird sich zeigen, wie gut Chris Kaman die Systeme beherrscht. Denn die Südamerikaner sind der erste starke Gegner des Qualifikationsturniers. Mit Center Tiago Splitter, einem der besten Spieler der vergangenen Euro-League-Saison (der Champions League im Basketball), und Aufbauspieler Marcelo hat Brasilien ein sehr starkes Duo und sind auch insgesamt sehr gut besetzt. Es wird eine schwierige, aber lösbare Aufgabe für Nowitzki und Co auf dem Weg unter die besten drei Teams des Turniers und damit zu den Olympischen Spielen.