Was macht eigentlich Snoop Dogg, wenn er nicht gerade Schlager singend einem Kühlschrank entsteigt? Er spielt Cowboy. Jetzt hat er Johnny Cashs Klassiker Walk The Line überarbeitet und denkt über weitere Country-Produktionen nach. Wie kommt es, dass derzeit so viele schwarze Pop- und HipHop-Stars zum weißen Country überlaufen? Diese Frage stellt Jonathan Fischer in der Süddeutschen Zeitung. Noch immer sei Country eine der wenigen weißen Domänen, schreibt Fischer. "Nirgends schimmert die Haut noch bleicher als auf den Plattencovern mit den Stetson-Hut-Trägern."

Zahlreiche Beispiele verdeutlichen, dass immer mehr afroamerikanische Künstler den Country für sich entdecken. Gemeinsam sei ihnen eigentlich nur eines: "Eine gegen alle Widerstände verteidigte Faszination für die Musik des vermeintlichen Gegners. Und die Erkenntnis, erst einmal für ihre Hautfarbe und dann für ihre Musik beachtet zu werden."

Besonders HipHop-Stars wie Nelly und Snoop Dogg haben das ökonomische Potenzial der Musikrichtung erkannt. "Während sich das eigene Genre im kommerziellen Sturzflug befindet, erscheint der Graben zum Marktführer Country plötzlich schmäler als je zuvor." Schwarze Musiker, die Country spielen, habe es aber schon immer gegeben. Afroamerikaner hätten im Country auch immer ihre eigene Musik erkannt. Ray Charles, Al Green, Bobby Womack – kaum ein Soulsänger kommt ohne Countrylieder aus. "Kann man so einfach die Hip-Hop-Sneaker gegen ein paar Cowboystiefel eintauschen?", fragt Fischer. Ernsthafte Zweifel sind angebracht: Snoop Doggs Geschwafel von Johnny Cash als real american gangster zeigt, dass es mit dem Verständnis der Countrymusik wohl doch nicht so weit her ist.

Jahrelang rankten die Mythen um das nächste Album Chinese Democracy von Guns N’ Roses. Kommt es oder kommt es nicht? Nun veröffentlicht die Band um Axl Rose tatsächlich ein neues Lied: Shackler’s Revenge erscheint jedoch nicht als Single oder Download – sondern exklusiv in dem Videospiel Rock Band 2. Das komplette Album soll noch in diesem Jahr folgen. "Guns N’ Roses’ Plan, ihre Musik über ein Videospiel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, unterstreicht, wie wichtig Videospiele für die Musikindustrie geworden sind", schreibt die New York Times in ihrer Online-Ausgabe.