Die türkische Zeitung Sabah berichtete am Montag, die drei Bayern hätten während ihrer Geiselhaft zusammen mit ihren Entführern ständig das Versteck wechseln müssen. Die PKK-Kämpfer hätten ihre Geiseln - aus Angst, von Sicherheitskräften entdeckt zu werden - gezwungen, mit ihnen immer wieder durch das Gebirge zu marschieren. Freigelassen worden seien sie am Sonntag schließlich auf einer Höhe von 2200 Metern, inmitten von Felsen.

Nach ihrer ersten Nacht in Freiheit in einer Polizeiunterkunft in der Provinz Agri hat Provinzgouverneur Mehmet Cetin die ehemaligen Geiseln mit einem Bus zum nächstgelegenen Flughafen in der Stadt Erzurum bringen lassen. Dies berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Von dort aus flogen sie am Nachmittag via Ankara nach Deutschland.

Bei ihrer Ankunft in Ankara wurden sie am Flughafen vom deutschen Botschafter Eckart Cuntz begrüßt. Er sei sehr dankbar und glücklich über die Freilassung, sagte der Botschafter. In ihrer Heimat wurden die drei Männer für den frühen Abend erwartet. "Wir hoffen, dass sie noch heute nach München kommen werden", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Die Bergsteiger werden aller Voraussicht nach den Lufthansa-Linienflug LH 3361 nehmen und um 17.35 Uhr in München eintreffen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatten sich am Sonntag hoch erfreut über die Freilassung der Bergsteiger gezeigt. Auf die Frage, ob Lösegeld oder ein politischer Preis gezahlt worden sei, sagte die Kanzlerin in der ARD: "Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln frei zu bekommen." Weitere Details wollte sie nicht nennen.