Die vor knapp zwei Wochen verschleppten Männer landeten am frühen Abend mit einer Lufthansa-Maschine aus Ankara kommend auf dem Münchner Flughafen, wo sie von ihren Familien und dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann in Empfang genommen wurden.

Die im türkischen Grenzgebiet zum Iran auf dem Berg Ararat gekidnappten Deutschen waren am Sonntag von ihren Entführer auf einer Anhöhe zurückgelassen und von Botschaftsangehörigen in Sicherheit gebracht worden.

Angehörige der drei Verschleppten warteten bereits im Bus, der sie auf dem Rollfeld an der Maschine abholte. Die Begegnung mit ihren Familien im Flughafen-Terminal fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Anschließend wollte sich Innenminister Herrmann vor der Presse zu dem Entführungsfall äußern. Geplant war auch eine kurze Stellungnahme des jüngsten, 33-jährigen Entführungsopfers.

Die Nacht über waren die Bayern in einem Gästehaus der türkischen Regierung versorgt worden. Laut Außenminister Frank-Walter Steinmeier geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. Der Verlauf des Falles werde sorgfältig analysiert, "auch mit Blick darauf, inwieweit Wiederholungen von Entführungen in dieser Region weiterhin möglich sind", kündigte er an. Das Ministerium werde in Reisehinweisen informieren.

Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK hatte mit der Entführung eine Änderung der Kurdenpolitik der Bundesregierung erreichen wollen. Kürzlich hatte Innenminister Wolfgang Schäuble den kurdischen Fernsehsender Roj-TV in Deutschland verboten. Offen blieb, ob die Bundesregierung den Geiselnehmern Zugeständnisse machte, um die Freilassung zu beschleunigen. Herrmann sagte im Deutschlandfunk, "natürlich" habe es Gespräche mit PKK-Vertretern gegeben, wenn auch nicht unbedingt mit den Geiselnehmern direkt. Kanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag auf die Frage nach Zugeständnissen in der ARD ausweichend geantwortet: "Sie wissen, dass wir alles tun, um die Geiseln freizubekommen und das ist in diesem Fall gelungen." Mehr gebe es nicht zu sagen.