Nach der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) hat die Schaeffler-Gruppe den Conti-Aktionären ein Übernahmeangebot zum Preis von 70,12 Euro je Stück gemacht. "Wir bieten einen fairen Preis, der für die Aktionäre der Continental AG interessant ist. Jetzt sollten wir es den Aktionären überlassen, unser Angebot zu bewerten und ihre Entscheidung zu treffen", sagte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger. Conti jedoch will sich mit allen Mitteln gegen den Übernahmeversuch wehren.

Die Offerte basiere auf dem durchschnittlichen Kurs der Continental-Aktie der vergangenen drei Monate vor der Ankündigung des Übernahmeangebotes am 15. Juli, sagte Geißinger. Sie enthalte einen Aufschlag von 29,95 Prozent auf den Xetra-Börsenschlusskurs vom 11. Juli 2008, dem letzten Tag vor den ersten Berichten über die Schaeffler-Pläne.

Ziel Schaefflers sei nach wie vor, ein strategischer Großaktionär bei Continental zu werden, so der Unternehmenschef. Eine reine Finanzinvestition entspreche nicht den Zielen der Schaeffler-Gruppe. "Wer in der weltweiten Automobilzuliefererindustrie als Entwicklungspartner innovative Gesamtlösungen aus einer Hand anbieten will, verbessert seine Zukunftschancen deutlich, wenn er seine mechanische, mechatronische, Elektronik- und Software-Kompetenz integriert", erklärte Geißinger.

Schaeffler hatte Mitte Juli ein Übernahmeangebot für Conti angekündigt. Der Autozulieferer lehnt eine Übernahme aber ab und hat Schaeffler vorgeworfen, sich rechtswidrig an das Unternehmen angeschlichen und dabei Meldepflichten umgangen zu haben. Direkt hält Schaeffler bislang etwas mehr als drei Prozent der Continental-Anteile. Zudem ist der fränkische Wälzlagerhersteller eigenen Angaben zufolge auf der Grundlage von Finanzinstrumenten berechtigt, weitere 4,95 Prozent der Aktien zu erwerben und hat durch Swap-Geschäfte Zugriff auf weitere 28 Prozent der Aktien.